Rezensionen

Nirvana – Nevermind (20th Anniversary)

Als Nirvana 1991 ihr zweites Album „Nevermind“ veröffentlichten waren die Autoren dieser Seite zwischen 5 und 8 Jahren alt. Berichte, wie „als das Album raus kam hat es meine Musikwelt völlig verändert“ werdet ihr hier jetzt vergeblich suchen. Das bedeutet aber natürlich nicht, dass uns das Album nicht auch beeinflusst hätte und das lag ganz einfach an dem Einfluss, den „Nevermind“ hatte. Bei seiner Veröffentlichung trat das Trio mit zwölf einfachen Rock-Songs eine Chartrevolution los. Michael Jackson musste sich nach langer Zeit von Platz 1 der Albumcharts verabschieden und musste Platz machen für das, was fortan Grunge heißen sollte.

Ein dreckiger Rocksound mit vielen Einflüssen aus dem Punk und der geballten Wut des Kurt Cobain. In „Smells Like Teen Spirit“ auf den Punkt und direkt in die Charts gebracht. Ein Song, der aus heutiger Sicht ebenso wie viele andere Songs auf „Nevermind“ purer Pop ist, damals aber ein Schlag ins Gesicht der auf Hochglanz polierten Pop- und vor allem Rock-Musik war. Mit ihrer Wut sprachen Nirvana einer ganzen Generation aus der Seele und so wurde „Nevermind“ auch zum wichtigsten Album einer Generation, das auch spätere Musiker- und Fan-Generationen beeinflusste. Das führt eben auch dazu, dass jeder WhiteTapes-Autor sicherlich viel mit „Nevermind“ verbindet und seine ganz eigene Geschichte hat, wie man es für sich entdeckt hat und wie es einen beeinflusst hat.

Zwanzig Jahre sind nun also seit dem Release von „Nevermind“ vergangen und das feiert Universal mit der Veröffentlichung verschiedener Varianten von Deluxe Editions. Die uns vorliegende Fassung umfasst 2 CDs in einer hübschen Pappverpackung und insgesamt 39 Titel. Zeit also „Nevermind“ noch einmal neu zu entdecken und zu vertiefen.

Auf CD 1 finden sich neben dem klassischen Album in geremasterter Souundqualität noch B-Seiten und Live-Mitschnitte. Für Besitzer des „With The Lights Out“ Box-Sets und Fans sicherlich alles andere als spannend, aber für Leute, die sich erstmals mit „Nevermind“ beschäftigen aber eine erstklassige Vertiefung.

CD 2 bietet zusätzlich 16 Live-Aufnahmen aus Studiosessions und Proben, sowie zwei BBC Session Songs. Darunter eine rare Live-Aufnahme von „Smells Like Teen Spirit“ und „Lithium“. Das wahre Highlight ist aber wohl ohne Frage eine Coverversion des The Velvet Underground Klassikers „Here She Comes Now“. Wunderbar vorgetragen von Kurt und toll gespielt von der Band. Eine Verneigung der Band vor einer der Bands, die sie am meisten beeinflusst hat und zusätzlich ein Beleg dafür, wie sehr Nirvana bei aller rauen Wut in ihren Songs auch die gewisse Pop-Note aus einem Songs rauskitzeln konnten. Dieser Song ist es fast allein schon wert, sich die Deluxe Edition zuzulegen. Und wem das noch nicht reicht, der erhält in der Super Deluxe Edition noch ein 90-seitiges Buch und eine DVD mit einem exklusiven Konzertmitschnitt.

Zwanzig Jahre nach „Nevermind“ bekommt man somit also die gute Möglichkeit ein Album, dass uns und wir sind uns sicher auch euch in der ein oder anderen Phase seines Lebens begleitet hat, einmal neu zu entdecken und dabei noch ein paar gute Live-Aufnahmen und B-Seiten mitzunehmen.

Den Mythos Nirvana kann und sollte dabei jeder für sich selbst analysieren. Egal, ob sie nur zur richtigen Zeit am rechten Ort waren, oder wirklich die Heilsbringer, für die sie viele halten, ihr Einfluss dürfte unbestritten sein und die heutige Musikszene wäre wahrscheinlich völlig anders ohne sie und ihr Zweitwerk.

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