Rezensionen

Nils Frahm – Spaces

Nils Frahm - Spaces

Es gibt Künstler, da ist man beinahe genervt, wenn sie im Jahrestakt mit einem neuen Album um die Ecke kommen. Beim Berliner Pianisten Nils Frahm allerdings nicht. Das liegt vor allem an der riesigen Vielfalt seines Schaffens. Nach dem 2011er „Felt“, ein Album das er größtenteils auf einem Klavier in seinem eigenen Studio einspielte, erschien im letzten Jahr das Werk „Screws“. Eine Sammlung von Songs, die inspiriert waren von den Schrauben, die zur Heilung eines Bruchs in seinem Handgelenk angebracht waren. Das nun erscheinende „Spaces“ bietet nun Songs, die parallel zu den anderen über die letzten zwei Jahre entstanden sind. Im Grundgedanken ist es ein Livealbum, das jedoch die üblichen Grenzen dieses Albumkonzepts sprengt. Mit Hilfe unterschiedlichster Aufnahmegeräte und Werkzeuge machte Frahm Field-Recordings und nutzte diese an verschiedensten Orten und auf der Bühne bei Auftritten für seine Stücke. Die Aufnahmen masterte er dann im Anschluss in Eigenregie im Berliner Durton Studio. Die Herangehensweise an das Thema „Livealbum“ überzeugt auf „Spaces“ von Anfang an und zeigt vor allem, dass man aus diesem Thema mehr machen kann, als nur seine Songs live vorzutragen und den Applaus zwischen den Songs einzufangen.

Nils Frahm macht daraus auf „Spaces“ eine hypnotische Reise durch seine Klangwelten, die mittlerweile deutlich mehr sind, als reine Pianoarrangements. Auf „Spaces“ lotet Frahm auch seine immer weiter steigendes Interesse für elektronische Arrangements aus und bietet neben berührenden Pianoballaden vor allem viele experimentelle Stücke, in denen es viel zu entdecken gibt. Teilweise lebt er sich in diesem bis zu 16 Minuten lang aus, durchsetzt die Songs mit unterschiedlichsten Field-Recordings und wiederkehrenden Motiven, um immer einen roten Faden zu geben. Den Faktor „live“ hat er zudem wirklich gekonnt umgesetzt. Man fühlt quasi in jeder Note, wie das Publikum gebannt sitzt und andächtig der Entwicklung der Songs lauscht. Neben dem typischen Applaus, wirkt es so, als hätte Frahm versucht im Mastering Geräusche, wie das Quietschen von Stühlen, Huster und Handyklingeltöne ein wenig mehr Raum zu geben. So hat er diese „Störgeräusche“ so eingebunden, dass die Aufnahmen noch organischer und echter klingen. So als würde Frahm gerade direkt bei einem im Raum seine Stücke spielen.

Facebook // Myspace // Label

Musik von Nils Frahm bei Amazon.de kaufen

Discussion

  1. […] What You Believe 25 Portugal. The Man – Evil Friends 26 My Blood Valentine – m b v 27 Nils Frahm – Spaces 28 Jake Bugg – Shangri La 29 Anna von Hausswolff – […]

    Posted by WhiteTapes Record Of The Year 2013 – das Ergebnis | WhiteTapes | Januar 1, 2014, 8:24 pm
  2. […] “Spaces” hat der Berliner Nils Frahm im letzten Jahr nicht nur das dritte Album innerhalb von drei Jahren […]

    Posted by Nils Frahm – Video zu “Spaces” | WhiteTapes | Januar 14, 2014, 1:49 pm

Archive