Rezensionen

Nickel Eye – The Time Of The Assassins

Ob Nickel Eye ein solch guter Name ist, dass man sich ihn als Pseudonym aussuchen sollte, sei mal dahingestellt. Interessanter ist ja zudem wer sich dahinter verbirgt. In diesem Fall ist es Nikolai Fraiture, seines Zeichens Bassist bei den immer noch pausierenden Strokes. Mit „The Time of the Assassins“ veröffentlicht dieser sein, in Deutschland am 30. Januar erscheinendes, erstes Solowerk. Mitgearbeitet beim Einspielen der Stücke haben Joel Cadbury, von der britischen Band South, sowie zuweilen Nick Zinner von den Yeah Yeah Yeahs, und Regina Spektor. Ein Ensemble von bekannten Namen also, das sich auf den elf Liedern des Albums vorstellt. Vielleicht sollte man zur Abwechslung einmal hinten anfangen, um das Album vorzustellen. Dieses endet nämlich mit dem Leonard Cohen Cover von „Hey, That’s No Way To Say Goodbye“.

Und auch wenn sich „The Time of the Assassins“ nicht primär am Vorbild Cohen orientiert, so sind doch einige Parallelen erkennbar. Am Hörbarsten der träge, eher monotone Gesang, der das Album durchzieht und es zu einem kompakten Ganzen werden lässt. So klingt dann auch die Grundnote Nikolai Fraiture’s Albums, als ob Lethargie und Atmosphäre an oberster Stelle stehen. Trotzdem schaffen es einzelne Lieder das Interesse an ihnen hoch zu halten. Zum einen wäre da „Brandy of the Damned“ zu nennen, dass durch gut eingesetzte Reggaeanleihen aufhorchen lässt und einen zum mitwippen anregt. Das Lied „Dying Star“ dagegen, das direkt zuvor kommt, ist das wohl rockigste und tanzbarste des Album. Ähnlich werden Gegensätze bei den folgenden Stücken genutzt. „Where the Cold Wind Blows“ ist das melancholischste Lied der Platte. Doch trotz der musikalisch depressiven Stimmung, plätschert der Gesang mit einer beruhigenden Gleichgültigkeit daher. Umgekehrt funktioniert „Another Sunny Afternoon“, das wiederum direkt folgt. Ein schönes mit Mundharmonika versetztes Lied, das von der ausstrahlenden seichten Fröhlichkeit her, etwas an Belle & Sebastian erinnert. Doch auch hier wirkt der Gesang entgegen und bringt das Stück runter auf ein erträgliches Maß an Gleichgültigkeit. Nikolai Fraitures Stimme und die Grundatmosphäre des Albums sind sicherlich für den ein oder anderen gewöhnungsbedürftig und doch kann man, wenn man sich die Mühe macht, ein wirklich interessantes und eingängiges Album finden, welches sich allerdings, zugegebener Maßen, nicht aufdrängt oder einen wirklich bedeutenden Eindruck hinterlässt.

Myspace // Label

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