Rezensionen

New Desert Blues – Devil’s Rope EP

New Desert Blues - Devil's Rope

Spätestens seit ihren Auftritten beim letztjährigen Reeperbahn-Festival und dem Visions Westend Indoor als Support von Editors dürfte das Quintett von New Desert Blues aus dem britischen Hampshire einer der größten Geheimtipps des Jahres sein. Der Ruf der Band reicht mittlerweile bis in die USA, wo die Briten in Kürze auch beim SXSW auftreten werden. Dort dürften sie sich ebenfalls problemlos eine größere Anhängerschaft erspielen, besitzt der Sound von New Desert Blues doch eine ziemlich amerikanische Note. Mit der ersten EP „Devil’s Rope“, die sie nun auf ihrem eigenen Label Whiteley Records veröffentlichten fährt das britische Quintett nun eine Sammlung aus vier Stücken auf, mit denen sie Lust auf noch mehr machen.

Wie alle Stücke der Band tragen auch die vier Songs auf „Devil’s Rope“ durchweg Männernamen. Darunter auch die letztjährige Single „Zachary“ und die aktuelle Single „Christoph“. Die Formel, nach der New Desert Blues ihre Songs kreieren ist zwar nicht wirklich neu, das Quintett macht das aber mit so viel Hingabe und Emotion, das man gern über die Homogenität der Stücke hinweg sieht.

Der Sound der Band ist immer groß und ausladend, weshalb ihr Platz als Support der Editors in Dortmund ganz gut gewählt war. Allerdings haben sich New Desert Blues nicht dem treibenden Indie-Rock der Editors verschrieben, sondern einem luftigen, cinematographischen Indie-Rock mit gewisser Noir-Note. New Desert Blues haben dabei das Konzept gewählt ihre gesamte EP als Film anzulegen, bei dem jedes Stück auch noch durch ein Video visualisiert werden soll. Das Duo „Adam“ und „Zachary“ zeigte im letzten Jahr bereits wie mitreißend das Ergebnis sein kann und auch die vier Stücke auf „Devil’s Rope“ erzeugen eine extrem dichte, mitreißende Stimmung, die über die gesamten 15 Minuten Spielzeit zu fesseln weiß.

In großen Refrains fangen die Briten die weite der amerikanischen Landschaften mit viel Melancholie ein und klingen dabei doch vertraut britisch. In einer Mischung aus Enio Morricone und Stadionrock, so als würde Spaghetti-Western auf Film Noir treffen. Damit erzeugen New Desert Blues beinahe epische Hymnen, die durch die leidenschaftliche Erzählart von Frontmann James Cullen erst so richtig begeistern. Dank des richtigen Fingerspitzengefühls schaffen es New Desert Blues dabei immer zu viel Kitsch zu vermeiden und die richtige Dosis Pathos in die Stücke einzuflechten. Für ihr Debüt sollte sich die Band jedoch noch ein paar mehr Tricks und etwas größere Variation für ihr Songwriting aneignen, da die Formel des Quintetts zwar über 15 Minuten wunderbar funktioniert, auf Albumlänge jedoch auf Dauer langweilig werden könnte.

New Desert Blues live

26. März 2014, Bonn, Harmonie (Crossroads Festival)

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Discussion

  1. […] einer unserer liebsten Newcomer in diesem Jahr. Einen Status, den sie mit dem Release ihrer EP “Devil’s Rope” noch weiter ausgebaut haben. Das scheint nicht nur uns so zu gehen, denn auch die Kollegen von der […]

    Posted by Wir Präsentieren: New Desert Blues – 3 Termine in Deutschland + Verlosung 1×2 pro Stadt | WhiteTapes | Februar 13, 2014, 1:42 pm
  2. […] einer unserer liebsten Newcomer in diesem Jahr. Einen Status, den sie mit dem Release ihrer EP “Devil’s Rope” noch weiter ausgebaut haben. Das scheint nicht nur uns so zu gehen, denn auch die Kollegen von der […]

    Posted by New Desert Blues – neue Demo “Milk & Honey” im Stream | WhiteTapes | April 28, 2014, 11:01 am

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