Rezensionen

NEØV – Dominique

NEØV - Dominique

Die Finnen von NEØV gingen bis zum letzten Jahr eigentlich ziemlich an uns vorbei. Schade eigentlich, denn bereits vor der letztjährigen Single „The Rain People“ war die Band lange Zeit aktiv und veröffentlichten 2013, nach mehr als zehnjähriger Bandgeschichte, das Debüt-Album „Orange Morning“, für das sie in ganz Europa positive Kritiken ernteten.

Doch es ist nie zu spät, Verpasstes nachzuholen und so widmen wir den Finnen eben jetzt die Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Da trifft es sich gut, dass NEØV nun auch ihr zweites Album „Dominique“ veröffentlichten. Wie schon bei den vorab veröffentlichten Songs „Laketown“, „The Rain People“ und „Dominique I“ erwarten euch darauf sphärische Sounds mit schwebenden Melodien und einer positiven Grundstimmung, die immer eine gewisse Intimität vermittelt. Die typische skandinavische Northern-Soul-Depressivität sucht man bei NEØV also zur Abwechslung mal vergebens, was keineswegs bedeutet, dass die Band auf „Dominique“ fröhliche Partymusik abliefert. Vielmehr erwartet den Hörer hier Dreampop, der sich in sphärische Höhen schwingt und eine Wärme vermittelt, die man so eher im Twee-Pop vermuten würde.

Ein gutes Beispiel für diesen bittersüßen Dream-Pop von NEØV ist die Single „The Rain People“. Ein Stück, das einen mit fein texturierten Klangflächen umschmeichelt. Die sanfte Stimme von Anssi Neuvonen schwebt im Einklang mit und trägt maßgeblich zur träumerischen Note der Stücke bei. Ihr volles Potential entfalten NEØV dann bei den Songs „Dominique I“ und „Dominique II“. Zwei berauschende Songs, in denen das Quintett den Stücken mit langen, stark verdichteten Instrumentalpassagen, viel Zeit gibt, sich zu entfalten. Ein Manko des Bandsounds zeigt sich auf „Dominique“ dann aber doch. Stellenweise bedienen sich NEØV zu starker Pop-Ästhetik, was die Kompositionen teils ein wenig steril klingen lässt. Das mit dem Pfeifen bei „Laketown“ hätten sie sich auch besser zweimal überlegt. Aber davon abgesehen ist „Dominique“ wirklich ein gelungenes Album, das zeigt, warum man NEØV ein Ohr leihen sollte.

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