Rezensionen

Neïmo – Moderne Incidental

modernethumbLas Semaines continued, heute auch wieder mit Neïmo. Bereits im September letzten Jahres veröffentlichte das Indie-Rock Quartett aus Paris sein neues Album „Moderne Incidental“ in Frankreich und stürmte die Spitze der Indie-Charts und die französischen Dance-Floors. Vielen wollen ihnen zudem noch eine Revolution nachsagen, da sie sich für Englisch als Sangessprache entschieden haben, auch wenn bereits im letzten Jahr das Duo The Dø mit einem Nummer 1 Hit bewiesen hat, dass die englische Sprache selbst im Mutterland der landessprachlichen Radioquote, schon lange nicht mehr als Tabu gilt. Auch 1984 zeigten mit „Open Jail“, dass französischer Indie auf Englisch durchaus eine Menge Charme besitzt. Dazu kommt bei Neïmo noch der Umstand, dass Sänger Bruno Dallesandros lange Zeit in den USA lebte, ihm die englische Sprache inzwischen sogar völlig akzentfrei von den Lippen kommt. Neïmo sind also eher wieder ein Beispiel für den neuen Mut französischer Bands, auch auf Englisch zu singen, als eine wirkliche Revolution.

Das schlägt sich auch im Sound der Band nieder, der ist nämlich nüchtern betrachtet auch alles andere als revolutionär. Aber das ist ja auch nicht immer notwendig, so lange die Band es schafft, den gewählten Klangkosmos mit ihrer eigenen Art zu füllen. Damit tun sich Neïmo dann auf „Moderne Incidental“ allerdings über weite Strecken schwer. Die Indie-Schrammelgitarren liefern den erwarteten Klang irgendwo zwischen Rooney, Arctic Monkeys und The Kooks mit einem satten Wave-Einschlag. Die „Moderne“ im Albumtitel ist daher auch eher als zweideutig zu verstehen, was einen nämlich auf dem Album erwartet ist Indie-Retrorock aktuellster Ausprägung, Zitatbehaftet aber durchaus auch tanzbar. Das ist nämlich auch die Stärke des Albums, Songs wie „Johnny Five“, oder „Deceit“ müssen nicht revolutionär klingen, um den Dancefloor mit flirrender Gitarre und treibendem Bass zum beben zu bringen. In den ruhigeren Momenten, wie bei „Peter & The Wolfes“ lässt die Band dann sogar mal gekonnt ihr Können durchblitzen, geschickt mit Tempo- und Stimmungswechseln zu spielen. Mit „Moderne Incidental“ erwartet einen also keine Revolution aus dem Mutterland der Revolution, aber immerhin ein Beispiel für die frischen Akzente der französischen Musikszene und ein gut gemachtes Album zum Hintern wackeln.

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Myspace // Label

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