Rezensionen

Money For Rope – Money For Rope (s/t)

Money For Rope

Vor dem Siegeszug des Internets und damit einhergehend dem Aufkommen von Blogs und weltweiter Verfügbarkeit neuer Musik, war es noch gängige Praxis, dass ein Album nicht weltweit zur selben Zeit erschien, sondern, dass auch mal bis zu ein Jahr vergehen konnte, bis ein US-Release auch nach Europa schwappte. Heutzutage sehen die Releasepläne der Labels meist einen direkten weltweiten Release vor. Kein Wunder, denn wenn ein Album im lokalen Handel nicht verfügbar ist, greifen viele Leute eben zu illegalen Downloads, statt sich ein Album zu importieren. Das mussten viele Labels schmerzhaft erfahren. Wenn heute noch ein Album mit deutlichem Zeitunterschied erscheint, liegt es meist daran, dass sich die Künstler oder deren Label ursprünglich einen weltweiten Release gar nicht leisten konnten, oder es wegen mangelnder internationaler Ambitionen als nicht verlockend empfunden wurde.

Money For Rope aus dem australischen Melbourne sind eine dieser Bands. Eine sechsköpfige Band, die mit zwei Drummern, zwei Gitarren, einem Bass und vierstimmigem Gesang zunächst die australische Szene erobert haben.

Da sie ihr Album selbst released haben, beschränkten sie sich zunächst auf den australischen Markt und den Vertrieb über Bandcamp, wo das Album bereits 2012 erschien. Nach einigen Konzerten in aller Welt im Jahr 2013, folgte 2014 die Einladung zum SXSW und damit auch endlich eine gesteigerte internationale Bekanntheit der Band, wodurch auch das Hauslabel des Haldern Pop auf sie aufmerksam wurde und jetzt, Anfang 2015, fast 25 Monate nach dem Release in Australien, das Debüt von Money For Rope auch nach Deutschland bringt.

Bei einer sechsköpfigen Besetzung, in der zwei Drummer und zwei Gitarristen aufgefahren werden, erwartet man zurecht eine ordentliche Portion Rock. Ein Versprechen, das Money For Rope allerdings nicht so recht einlösen. Auf ihrem Debüt bietet die Band scheppernden Garage-Rock mit einer ordentlichen Portion Mando Diao und The Hives. Die vom Label getroffenen Vergleiche Nick Cave, Crowded House und Midnight Oil bleibt die Band in aufgenommener Form jedenfalls schuldig – live sah das letztes Jahr beim Haldern Pop Festival anders aus, bzw. hörte sich anders an. Das liegt vielleicht tatsächlich daran, dass das Album schon 3 Jahre alt ist und sich die Band einfach weiter entwickelt hat. Eine Neuaufnahme, wie viele Bands es wählen bei so langer Zeit, wäre eventuell nicht die schlechteste Wahl gewesen. Stattdessen erwartet den Hörer auf dem Debüt der Australier vor allem bierseliger Rock’n’Roll mit Orgelsounds und Mitgröhl-Refrains, den man so schon in Hülle und Fülle gehört hat. Angereichert durch Surf- und Garage-Rock-Einflüsse bietet die Band zumindest ab und zu auch ein wenig Abwechslung.

Laut Aussagen der Band geht es ihnen vor allem um den Spaß am musizieren. Den kann man Money For Rope dann auf Albumlänge auch nicht absprechen, denn in der richtigen Stimmung (so nach ein paar Bier), ist es ein Partyalbum, das vor allem etwas für Fans schwedischer (Indie)-Rockmusik etwas sein dürfte.


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