Rezensionen

Miyagi – Hydraulic Son

hydraulic-sonSchade eigentlich. Kämen Miyagi aus Good Old England, wären vermutlich alle Gazetten nun voll mit ihnen. So müssen sie sich mit ihrem Debüt „Hydraulic Son“ wohl erst einmal mit einem Insider-Status begnügen. Dabei zeigt das Album eine derart ausgefeilte Variabilität, dass manch britische Band ganz kleinlaut zur Seite treten würde, um diesen vier Münsteranern und dem einen Hamburger zu lauschen. Aber eines nach dem anderen. Miyagi gibt es seit 2004, seit 2006 als Quintett, erspielten sie sich auch einen Namen weit über Münster hinaus. Unter Vertrag genommen von Richard Mohlmann Records, sind sie Label-Kollegen von The Ghost Of Tom Joad, auch aus Münster und veröffentlichen nun nach zwei EP’s ihr Debüt.

„Hydraulic Son“ ist dann aber mehr, als nur ein paar deutsche Jungs, die Indie spielen. Hier wird Brit-Pop mit Surf-Rock und sogar Folk-Einflüssen gepaart, The Cure mit Pulp gemischt und The Smiths mit The Shins. Der Titelsong „Hydraulic Son“ besticht durch die beeindruckende Dynamik des Zusammenspiels der Band und eine beinahe verzweifelte Melancholie, die hintergründig mitschwingt. Gerade auch der Gesang von Stefan Matysik, immer leicht gehetzt und kurz davor sich zu überschlagen, erhöht die treibende Kraft der Stücke noch um ein vielfaches. Aus ihm, gepaart mit cleveren Texten, rührt auch die unterschwellige Melancholie der Stücke. Die Verknüpfung von Indie-Disco mit beinahe düsteren Sounds ist eine der größten Stärken der Band.  Sehr gelungen ist diese Mischung im Hit „Whatever 2.0“, der den Drahtseilakt zwischen ausgelassen tanzen und stillem Trauern wagt und gewinnt. Herrlich auch, wie die Band im Song „Shoot Shoot“ auf den guten Ton in der Indie-Szene pfeift und düstere Wave-Sounds mit Reggae paart. Ein Album mit großem Potential für die Indie-Disco also, zudem eines für die Repeat-Taste, da erst bei mehreren Durchläufen die gesamte Vielschichtigkeit der Kompositionen ersichtlich wird. Auf einen Nenner gebracht lässt sich sagen: Langweilig ist anders.

Video zu „Whatever 2.0“:

httpv://www.youtube.com/watch?v=slrs4EmyG7c

Myspace der Band
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