Rezensionen

Miss Kittin & The Hacker – Two

Acht Jahre, das ist für manche Künstler eine ganze Karriere-Spanne, für Miss Kittin Caroline Hervé ist das gerade einmal die Zeit zwischen zwei Alben. Das bedeutet natürlich noch lange nicht, dass die gebürtige Französin in der restlichen Zeit untätig war, als hauptberufliche DJane und Produzentin war sie der Musik in dieser Zeit nie all zu fern. Der Drang neues eigenes Material aufzunehmen war aber nach acht Jahren seit dem ersten Album, das sie gemeinsam mit The Hacker Michel Amato aufnahm und ganz pragmatisch „1st Album“ taufte, wohl so groß, dass nach gemeinsamer Amerika-Tour im letzten Jahr das Projekt Miss Kittin & The Hacker wieder in Angriff genommen wurde, um nun Album Nr. 2 „Two“ folgen zu lassen.

Wie auch bereits auf dem „First Album“ begibt sich das Duo wieder auf eine Reise durch die Nacht, angereichert mit Elektroclash, Rave und einer Prise Pop. Es trommeln vom Duo gewohnt düstere Beats auf den Hörer ein und erzeugen zusammen mit dem entrückt kühlen Gesang von Miss Kittin eine beinahe unheimliche Stimmung. Ganz deutlich sind dabei Referenzen zu Kraftwerk und Front 242 zu hören. Dabei ist die erste Hälfte von „Two“ eindeutig discolastiger geworden und bildet so etwas wie den Soundtrack zu einer nächtlichen Auto-Fahrt durch dunkle Metropolen, die zweite Hälfte zeigt den in Trance getanzten Dance-Floor nach 5 Uhr morgens, nach dem Motto „wir sind zwar ein wenig müde, aber da geht noch was“. Besonders heraus stechen dabei die Songs „1.000 Dreams“ und „Indulgence“, ohne aber das Album aus einem gut zu einem hervorragend zu reißen. Dennoch dürfte „Two“ wieder viele Electroclash-Jünger auf den Dance-Floor ziehen, sofern nicht das seltsame bis langweilige Elvis-Cover „Suspicious Minds“ läuft.

Video zu „Suspicious Minds“

EPK zu „Two“

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