Rezensionen

Minotaurs – Eat Yr Hate

Die Musikwelt ist ungerecht. Das ist nichts Neues, aber immer wieder traurig. Beispiele muss man eigentlich nicht lange suchen und Minotaurs aus South Shields bei Newcastle sind wieder so eines. Ihnen steht nicht nur die Musikwelt im Weg, sondern auch noch sie selbst. Ihr Debüt-Album “Eat Yr Hate” stellten sie erst im dritten Anlauf fertig und als sie es dann fertig haben, will sie kein Label mehr und sie müssen es auf ihrem eigenen veröffentlichen. Und eben auch die Musikwelt selbst zeigt hier ihre unschöne Seite, denn die Single “Anyone Who Had A Heart” müsste eigentlich schon lange die Herzen der Musikfans weltweit erfreuen, stattdessen fristet diese Perle ein Schattendasein auf einem limitierten Release von 500 CD’s und natürlich in Form des digitalen Release von “Eat Yr Hate”.

Und genau der ist nun über das Bandcamp Profil der Band zu haben. Darauf erwarten den Hörer ab der ersten Minute vor allem eines, nämlich packender, süchtig machender Indie-Pop. Das beginnt mit “The Arrival (Cold Wind)” ganz klein und im Verborgenen mit einer winzigen Piano-Melodie, um sich in den folgenden drei Minuten zu einem schönen Indie-Popper mit leicht dramatischer Geste zu entwickeln. Die dramatische Geste entwickeln sie nicht nur über den gekonnten und teils ausladenden Einsatz von Gitarren und Drums, sondern vor allem über den wechselnden Harmoniegesang von Sarah Farrell und Andrew Forster. Sarah hat eine schöne, sanfte Stimme, die sie perfekt einzusetzen weiß. Andrew hat zwar auch eine vergleichsweise sanfte Singstimme, bildet aber durch teils säuerliche, manchmal brüchige Töne einen passenden Gegensatz zu Sarah. So ergänzen sich die beiden perfekt und der in einigen Stücken dargestellte Zwiespalt zwischen Liebe und Hass, die oft so nah beieinander liegen, kommt noch besser zum Ausdruck. Am besten natürlich bei “Anyone Who Had A Heart”. Eine Indie-Pop-Perle, in dem der Himmel voller Geigen hängt und sich die Protagonisten herzzereißend im in Weltschmerz suhlen. Es gibt nur ein Problem mit diesem Song. Er ist viel zu stark für dieses Album, wäre es aber wohl für jedes andere Album auch, denn mit so einem perfekten Pop-Song auf dem Debüt verblassen die anderen Songs ein wenig. So könnte die Stärke des schönen “Horseshoes”, oder des abwechslungsreichen Titel-Tracks “Eat Yr Hate” ein wenig untergehen. Aber dafür gibt es ja schließlich mehrere Hördurchläufe und die lohnen sich hier auf jeden Fall.

Rating: ★★★★½
Minotaurs
Eat yr Hate by Minotaurs by Minotaurs


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