Rezensionen

Minor Victories – Minor Victories (s/t)

Vessel

Supergroups haben eine lange Tradition und sind spätestens seit Cream vor 50 Jahren regelmäßig Bestandteil der Charts. Kein Wunder, bietet eine Kollaboration bekannter Musiker doch einen Reiz sowohl für Fans, als auch für die beteiligten Musiker. Auch abseits des Mainstream sind Supergroups keine Seltenheit mehr. Tired Pony, Monsters Of Folk, Atoms For Peace, Them Crooked Vultures und Smith & Burrows sind nur eine kleine Auswahl aus den letzten Jahren.

Letztere gibt dann auch gleich die Überleitung zum Musikerzusammenschluss, um den es hier geht. Eine Hälfte von Smith & Burrows war nämlich Tom Smith von den Editors. Auf deren letztem Album „In Dream“ sang er ein Duett mit Rachel Goswell von Slowdive und die wiederum bildet nun gemeinsam mit Editors Gitarrist Justin Lockey, dessen Bruder James Lockey und Stuart Braithwaite von Mogwai, die Band Minor Victories. Das Label Supergroup mögen sie allerdings nicht und das kann man ihnen nicht verdenken, denn das Quartett möchte mit seiner Musik überzeugen und nicht mit der Bekanntheit der einzelnen Musiker.

Anzumerken ist dennoch, dass die Prominenz auf dem ersten Minor Victories Album, das schlicht auch „Minor Victories“ betitelt ist, nicht bei den vier Bandmitgliedern endet. Mit Mark Kozelek (Red House Painters und Sun Kil Moon), James Graham von The Twilight Sad, begrüßt die Band nicht gerade unbekannte Gäste. Das Schöne an der Zusammensetzung von Minor Victories ist jedoch, dass man direkt den Sound erahnen kann den die Band produziert, nämlich Post-Rock, Krautrock und Shoegaze mit Wave-Elementen und einer guten Prise Dream-Pop. Mit dieser Vermutung liegt man natürlich auch richtig, es wäre ja auch eine Verschwendung, wenn Stuart Braithwaite nicht alle Register seiner Geschicklichkeit an der Gitarre ziehen würde, um dramatische Gitarrenwände aufzubauen. Zu denen singt Rachel Goswell mit einer hellen, klaren Stimme. Der Rest der Band reichert die Stücke um allerlei atmosphärische Spielereien an und sorgt so streckenweise für ein noisiges Sounddickicht, aus dem die helle Gesangsstimme erstrahlt.

Das Tempo ist dabei meist im mittleren Bereich angesiedelt und bietet der Band viel Zeit, seine Melodien zu entfalten und zwischendurch orchestralen Klänge mitsamt Streichern den richtigen Raum zu bieten. So gelingt es beinahe durchweg zu fesseln, weshalb es auch fast schwer fällt, ein einzelnes Highlight herauszupicken. Das Duett „Scattered Ashes (Song For Richard)“ mit James Graham wollen wir dennoch separat würdigen. Ein mitreißender Popsong mit beruhigender Wirkung und einem harmonischen Zusammenspiel beider Gesangsstimmen, quasi das Sahnehäubchen auf einem mehr als gelungenen Werk.

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