Rezensionen

Mikal Cronin – MCIII

Mikal Cronin - MCIII

Eines muss man Mikal Cronin lassen, was die Benennung seiner Alben betrifft, denkt er überaus pragmatisch. So nannte er sein Debüt schlicht „Mikal Cronin“ und sein zweites Album, das zwei Jahre später erschien, ganz einfach „MCII“. Da ist es natürlich logisch, dass sein, wieder zwei Jahre später veröffentlichtes Album, ganz einfach auf den Titel „MCIII“ hört. Mikal Cronin zum Dritten eben. Das bedeutet aber nicht, dass der US-Amerikaner, der häufiger auch mit Ty Segall unterwegs ist, sich nicht weiter entwickelt hätte. Denn bereits auf „MCII“ präsentierte der DIY-Songwriter eine deutliche Weiterentwicklung seines Sounds. Das Album überzeugte mit sonnigen Pop-Songs, die ihre Einflüsse aus Garage-Rock, Punk und Indie-Rock beziehen und mit einer deutlichen Note DIY-Charme dafür sorgten, dass wir Mikal Cronin gern im Auge behielten und ihn uns gern 2013 auf dem Haldern Pop Festival ansahen, wo er am Donnerstag-Abend die Byzanzstage (damals noch Beergarden-Stage) eröffnete. Pünktlich zum dritten Album „MCIII“ hat Cronin seinen Songs wieder eine neue Note hinzugefügt. Und auch optisch kommt er verändert daher. Die langen Haare und der Bart, die auf dem Cover noch zu sehen sind, sind einem Kurzhaar-Schnitt gewichen, der den 29 Jahre alten Songwriter gleich viel jünger erscheinen lässt.

Und auch der Sound von Mikal Cronin hat eine Auffrischungskur bekommen. Die Produktion ist nun ein wenig aufwändiger und klarer. Der DIY-Charakter ist einem etwas klareren Popsound gewichen. Der Opener „Turn Around“ bietet sogar ein paar Geigen und einen sonnigen 90er Jahre Pop-Sound. Da passt es wie die sprichwörtliche Faust auf’s Auge, dass im zugehörigen Video der Natalie Imbruglia Klassiker „Torn“ auf’s Korn genommen wird. Das Stück bietet einen vergnügten Einstieg in ein Album, das auch in der Folge richtig Laune macht. Auch „Made My Mind Up“ und „Say“ zeigen einen Musiker, der sich nun deutlich einem opulenteren Power-Pop zugeneigt fühlt.

Mit „I’ve Been Loved“ folgt dann in der Mitte des Albums ein Bruch mit etwas ruhigerem Songwriter-Pop, der ein wenig an Brendan Benson (The Raconteurs) erinnert. Darauf folgt ein Zyklus von sechs Songs, den Cronin mit „Alone“ einläutet. Sechs Songs, die noch ein wenig opulenter daherkommen und zwischen entfesselt rockend („ii) Gold“ / „iv) Ready“) und traurigeren Momenten, die von einem Streichquartett angereichert werden („i) Alone“ / „v) Different“) wechseln. „MCIII“ ist eine gelungene Indie-Rock-Platte, die das Zeug dazu hat, Mikal Cronin bald ein wenig mehr Aufmerksamkeit zu bescheren. Die Aufteilung in zwei EP’s wäre aufgrund des zweiten Albumteils eventuell sinnvoller gewesen, aber EP’s erhalten ja leider meist nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdienen.

Mikal Cronin auf Tour

08. Juni 2015, Berlin — Lido
09. Juni 2015, Köln — Gebäude 9


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