Rezensionen

Mighty Oaks – Howl

Mighty Oaks - Howl

Wenn eine Band sich nicht über ihren Sound interessant macht, dann nimmt man eben die Entstehungsgeschichte. Ein guter Weg für Mighty Oaks. Das in Berlin ansässige Trio besteht aus drei Männern aus unterschiedlichsten Ländern, die sich in der Spreemetropole getroffen haben und dort zusammen musizieren.

Im Zentrum steht der US-Amerikaner Ian Hooper, der den Songs seine Stimme verleiht, sie mit Mandolin, akustischer Gitarre, Kick Drum und Tambourin sowie seinen Einflüssen aus Folk, Country und Pop anreichert. Unterstützt wird er vom Italiener Claudio Donzelli an Background-Vocals, Banjo, Akustik-Gitarre, E-Gitarre, Mandoline, Keyboard / Piano sowie dem Briten Craig Saunders an Backing-Vocals und Bass.

Die Zutaten klingen in Anbetracht der Trends der letzten Jahre altbekannt und so reihen sich die drei Mighty Oaks mit ihrem Debüt-Album „Howl“ nahtlos in die Reihe der chartstürmenden Folk-Popper der letzten Jahre, wie Mumford & Sons und Family Of The Year ein.

So ist die Hintergrundgeschichte dann auch letztendlich das interessanteste an Mighty Oaks. Man hört in den Songs die Weite des pazifischen Nordwestens, aus dem Frontmann Ian Hooper stammt. Er singt von Liebe, Verlust und der Schönheit seiner Heimat und erzeugt zusammen mit seiner Band Songs, die ihren amerikanischen Einfluss nicht leugnen können. Das ist vielleicht auch ihre Stärke, denn daraus beziehen Mighty Oaks eine gewisse Authentizität für ihren Sound. Diese Sehnsucht in den Songs und eine gewisse Lagerfeuerromantik steht dem Trio wirklich gut. Jedoch hat sich das Trio musikalisch nicht gerade den kreativsten Ausdruck für seine Geschichten gewählt.

Alle Stücke strahlen den unbedingten Willen nach Gefälligkeit aus. Die Kickdrum stampft häufig so dumpf und monoton, wie bei Mumford & Sons und die Tiefe der Songs ist ähnlich. Man merkt Mighty Oaks an, dass ihre Stücke dazu gedacht auch das weniger anspruchsvolle Publikum anzusprechen und in bierseeliges, folkiges mitröhren auf Konzerten zu versetzen. Die Songs sind selten länger als dreieinhalb Minuten und funktionieren immer nach dem gleichen Schema. Sogar Anfangs berührende Songs, wie „You Saved My Soul“, wandeln sich gegen Ende in ein einfaches Stück Stampffolk. In diesen Momenten verfällt Sänger Ian Hooper dann auch in einen leicht heiseren Gesangsstil, der für diese Art Folk-Pop markant ist, gerade dadurch aber auch an Wirkung verliert. „Howl“ hat viel Potential und Mighty Oaks wären sicherlich auch in der Lage ein Folkalbum mit viel Tiefe und berührenden Momenten zu erschaffen. Das Trio wählte jedoch den „leichteren“ Weg, der sie kurzfristig in die Charts führen mag, langfristig aber dafür sorgen dürfte, dass die Band sich nachhaltig noch umschauen wird.


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