Rezensionen

Meursault – The Organ Grinder’s Monkey

Meursault - The Organ Grinder's Money

Dank Plattformen wie Kickstarter und Pledge ist Crowdfunding bekanntlich der heiße Scheiß, um irgend etwas zu produzieren. Sei es ein Film, ein Album, ein fair produziertes Handy oder nur eine neue Hose. Täglich stellen Leute ihre Projekte ein und betteln in den weiten des Internets um Geld. Im Gegenzug gibt’s irgend eine Gegenleistung von den Bittstellern. Weniger als zwei Jahre nach Ihrem dritten Album „Something For The Weakened“ haben sich auch Meursault gedacht, sie könnten es einmal mit Crowdfunding versuchen. Mit ihrem Projekt bei Kickstarter wollten die Schotten ihre Reise zum SXSW 2014 finanzieren. Als Gegenleistung für die Finanzierer hat die Band nach Erreichen der Zielsumme Anfang des Monats das Album „The Organ Grinder’s Monkey“ aufgenommen. Gemischt wurde es dann am 13. und 14. Februar, gemastered am 15. und vom 16. bis 19. Februar hat die Band Poster und Album-Sleeves gedruckt. Klingt nach einem Schnellschuss für ein Album, hier ist dann aber hinzuzufügen, dass „The Organ Grinder’s Monkey“ bis auf vier Songs ein reines Coveralbum ist. Neben diesen vier eigenen Stücken versammeln Meursault darauf Songs von PAWS, The Mountain Goats, Wolf Parade, Guided By Voices und Chad VanGaalen.

Sicherlich hätten Meursault das Geld auch durch eine Tour von Anfang bis Ende Februar einspielen können, schließlich spielten sie seit dem 21. Februar fast täglich ein Set mit den Stücken des Album in Edinburgh, aber der Gedanke eines Coveralbums der Band ist auch schon verlockend. Und ja, das Ergebnis kann sich auch wirklich hören lassen. Da ist zum Beispiel das herzzereißende Low Cover „Dinosaur Act“, das die Band herrlich dramatisch instrumentiert hat und in das sich Sänger Neil Pennycook emotional gekonnt reinkniet. Mit ihrem ersten eigenen Song „Dearly Distracted“, in dem wir auch die titelgebende Orgel hören, zeigt die Band auch, dass sich auch ihre künftigen neuen Songs hören lassen können. Bei den Coverversionen schwanken Meursault auf „The Organ Grinder’s Monkey“ zwischen Genie und Wahnsinn, zwischen unhörbar und Band-Klassiker. Das kann auch daran liegen, dass ein Song wie „Whole Wide World“ auch in einer Version von Meursault nicht erträglicher wird. Im Gegenzug präsentieren die Schotten dann aber auch charmante Coverversionen von von Wolf Parade in Form des zackigen „I Believe in Anything“. Erstklassig interpretiert ist auch der PAWS Song „Poor Old Christopher Robin“, den Meursault in einer ruhigen, emotional geladenen Interpretation präsentieren. Als interessant kann man dann auch den „Closer Asleep and Dreaming“ (The Magnetic Fields) bezeichnen. Ein 14 minütiger Song, der zwischen den Extremen pendelt. Als vollwertiges viertes Bandalbum würde „The Organ Grinder’s Monkey“ ganz sicher nicht bestehen, als Coveralbum zwischendurch ist es aber auf jeden Fall ein interessanter Release.

The Organ Grinder’s Trailer from Song, by Toad on Vimeo.

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