Rezensionen

Meursault – Something for the Weakened

Meursault - Songs for the Weakened

Seit dem Release ihres Debüts „Pissing On Bonfires / Kissing With Tongues“ gehören die Jungs von Meursault um Songwriter Neil Pennycook für uns zu den spannendsten Bands Schottlands. Das Album war ein Quell verschiedenster Ideen und cleverer Ideen. Manchmal wollte die Band dabei vielleicht etwas zu viel und wusste in einigen Stücken vielleicht nicht ganz wohin mit ihrer Kreativität, der Name Meursault war dennoch auf unserer Beobachtungsliste. Ein Debüt muss schließlich noch nicht ausgereift sein, da reicht schon, dass man ein gewisses Potential erkennt und einige Songs hängen bleiben.

Reife konnte man der Band dann aber eindeutig bei ihrem zweiten, 2010 veröffentlichen „All Creatures Will Make Merry“ attestieren. Die Band lenkte ihre Ideen nun in festere Pfade und zeigte sich auch vom Klangbild nun weniger elektronisch. Im Grunde ließ sich der Sound nun als eine Mischung aus Frightened Rabbit und Bon Iver vergleichen. Das Stück „Crank Resolutions“ zum Beispiel war für uns ein riesiger Hit, mit dem die Band längst den Durchbruch verdient hätte.

Zwei Jahre später ist der Name Meursault leider immer noch mehr ein Geheimtipp, als ein bekannter Name. Mit „Something for the Weakend“ veröffentlichen Neil Pennycook und seine Mannen nun den nächsten Anlauf vom Geheimtipp zumindest auf einen ähnlichen Status wie ihre Landsleute von Frightened Rabbit, deren Frontmann Scott Hutchison sich bereits als großer Fan der Band geoutet hat und auch Songs von ihnen covert, zu wachsen. Und das könnte Meursault nun auch wirklich gewinnen. Die Band hat sich im dritten Anlauf einem etwas breitenwirksameren Sound hingegeben, ohne ihre Kreativität, bzw. den Ideenreichtum einzubüßen. Der Opener „Thumb“ öffnet ganz ruhig mit sanft gezupftem Banjo und dazu Pennycook’s Stimme, die leicht abwesend immer die gleiche Textzeile rezitiert, bevor ein wenig mehr passiert. Richtig los geht es dann mit „Flittin'“, der ersten Vorabsingle. Ein Stück, das man mit seinem Drive, den Strings, der Melodieführung und dem Stimmeinsatz von Pennycook auch bei Arcade Fire verorten könnte. Ein glasklarer Hit, der auch die Richtung für das Album ein wenig vorgibt.

Das tänzelnde „Settling“ geht beispielsweise später in eine ähnliche Richtung. Hier wird auch der auffälligste Unterschied zu den Vorgängern klar. Die Stimme von Neil Pennycook drängt sich nicht mehr zu sehr in den Vordergrund sondern fügt sich nun harmonisch in die dichte Bandinstrumentierung ein. Neben diesen dichten Indie-Folk-Stücken bietet „Something for the Weakened“ natürlich auch wieder eine ganze Reihe reduzierter Stücke zum Abschalten mit einem gewissen Gänsehautfaktor. Das sieben Minuten lange „Dearly Distracted“ ist so eines. Pennycook steigert sich mit seiner Band wunderbar rein und lässt ähnlich wie bei „Lament For a Teenage Millionaire“ viel Gefühl zu. Meursault setzen mit „Something for the Weakened“ ihre bisherige Entwicklung fort und präsentieren ihr bisher am weitesten ausgereiftes Album, das ihnen nun auch den Weg zu etwas mehr Bekanntheit ebnen könnte.

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Discussion

  1. […] ist es soweit, weniger als zwei Jahre nach Ihrem dritten Album “Something For The Weakened” veröffentlichen Meursault heute mit “The Organ Grinder’s Monkey” ihren nunmehr […]

    Posted by Meursault – mit Gratis-Downloads des Galaxie 500 Cover “Tugboat” als ersten Vorgeschmack auf neues Album | WhiteTapes | Februar 21, 2014, 3:11 pm
  2. […] irgend eine Gegenleistung von den Bittstellern. Weniger als zwei Jahre nach Ihrem dritten Album “Something For The Weakened” haben sich auch Meursault gedacht, sie könnten es einmal mit Crowdfunding versuchen. Mit ihrem […]

    Posted by Meursault – The Organ Grinder’s Monkey | WhiteTapes | Februar 28, 2014, 5:40 pm

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