Rezensionen

Meursault – Pissing On Bonfires/Kissing With Tongues

Da soll mal noch jemand durchblicken. Aber wir versuchen es einmal. Also, Anfang diesen Jahres veröffentlichten Meursault ihr Album „All Creatures Will Make Merry“, das im Juni auch hierzulande als Download erschien. Jetzt erscheint das Album „Pissing On Bonfires, Kissing With Tongues“, das allerdings nicht ihr zweites, sondern eigentlich ihr Debüt-Album ist, denn bereits Ende 2008 veröffentlichte die Band das Album zunächst selbst und später noch einmal über Song, By Toad Records. Will heißen, in Deutschland kommen wir nun nach dem zweiten Album in den Genuss des Debüts, da ist es natürlich kein Wunder, dass auf einigen deutschen Seiten, die inzwischen Wind von diesen großartigen Schotten bekommen haben, ein wenig Verwirrung herrscht und nach Weiterentwicklungen und dergleichen gesucht wird. Um es euch leichter zu machen nun also erst eine Rezension zum Debüt, das nun vor ein paar Tagen erschienen ist, bevor wir uns im Anschluss auch endlich mal ausführlich „All Creatures Will Make Merry“ widmen.

Auf ihrem Debüt versuchte sich die Band um Neil Pennycook an der Vereinigung klassischer Folk-Instrumentierung aus Gitarre, Schlagzeug, Banjo und Piano mit jeder Menge elektronischer Spielereien. Das Label spricht von einer Mischung aus Bon Iver und Frightened Rabbit. Ersteres wohl wegen der sehr hohen und eigenwilligen Stimme von Neil Pennycook und letzteres vermutlich nur wegen der schottischen Herkunft und der Folk-Note. Gemeinsamkeiten im Sound sucht man jedoch vergebens. Aber darauf kommt es auch gar nicht an. Meursault spielen in ihrem ganz eigenen Klang-Universum, in der treibende Synthie-Sounds und die hohe, durch Mark und Bein gehende Stimme von Neil Pennycook eine einzigartige Stimmung erzeugen. Im Opener „Salt pt. 1“ mündet diese Mischung aus analoger und digitaler Welt in ein schwelgerisch, fast bombastisches Stück, das die ganze Erhabenheit des Meursault Sounds zeigt. So würde Sufjan Stevens klingen, wenn er ein Album mit Bon Iver aufnehmen würde. Oder hätte er klingen können, wenn er sich auf „The Age Of Adz“ nicht so verzettelt hätte. Trotz ihrer Herangehensweise ans Songwriting gelingt es der Band immer genau das, nämlich sich nicht zu verzetteln und immer Zugänglichkeit zu wahren. Im Herzen sind nämlich alle Stücke kleine hymnische Popsongs, die mit jedem Hören begeistern und unter ihrer fiependen Oberfläche mit jedem Hördurchgang unfassbar euphorisieren. So werden Meursault ganz nebenher ihrem Namen gerecht, Meursault ist nämlich eine französische Region, die bekannt für ihren erstklassigen Wein ist.

Rating: ★★★★½
Meursault
Meursault auf Tour

24. November, Aachen, Musikbunker
25. November, Wiesbaden, Schlachthof
26. November, Saarbrücken, Sparte 4
30. November, Erfurt, Stadtgarten
01. November, Bamberg, Morph Club
02. November, Hannover, Feinkostlampe
03. November, Hamburg, Gaengeviertel
04. November, Aurich, Schlachthof

Myspace // Label

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