Rezensionen

Meursault – I Will Kill Again

Meursault

Ihr habt es ja auch mitbekommen. Die Schotten von Meursault, besser gesagt, der Kopf der Band Neil Pennycook, hat sich in den letzten Jahren etwas rar gemacht. Genau genommen, hat er nach der Rarities-Sammlung „The Organ Grinder’s Monkey“ die Band zunächst auf Eis gelegt. Danach hat er als Supermoon ein wenig Musik gemacht, um dann zu merken, dass sein Problem mit Meursault einfach nur an seiner eigenen Erwartungshaltung lag. Die hat er zurückgeschraubt, sich neue Mitstreiter gesucht und vier Jahre nach dem letzten Meursault Album „Songs For The Weakened“ Ende letzten Jahres die EP „Simple Is Good“ veröffentlicht, die er nach einem Zitat von Jim Henson benannte und mit der er eine neue Zeit für seine musikalische Arbeit einleuten wollte.

Da die Vergangenheit dennoch schwer liegt und auch Vereinfachung immer auch Verlust mit sich bringt, kamen offensichtlich wieder Zweifel auf und so klingt der Titel für das erste Meursault Album seit fünf Jahren weniger positiv. „I Will Kill Again“ heißt es und beschäftigt sich dann auch mit den einschneidenderen Erlebnissen des Lebens.

Trotz des schweren Titels bedeutet das nicht, dass hier musikalisch schwere Kost auf einen wartet. Vielmehr hat Pennycook den Sound von Meursault genommen und ihn um eine erfrischende DIY-Feelgood-Note angereichert, die zwar auch die Verletzlichkeit der Lyrics unterstreicht, dennoch aber auch Hoffnung in sich birgt, dass am Ende alles gut wird. So wartet nach dem zwischen bedrohlich und aufstrebend tändelnden Opener mit „Ellis be Damned“ auch schon ein Song, der zwar von einer einseitigen Freundschaft handelt, die in Tränen endete, der Gesangsstil und die immer wieder hoch gehende Stimme von Neil Pennycook lassen einen am Ende durch die rosarote Brille schauen und einen versöhnlichen Blick darauf werfen.

Das macht auch den Großteil des nunmehr vierten Meursault Albums aus. Der Protagonist wird zwar immer wieder enttäuscht, es gelingt ihm jedoch immer, allem etwas positives abzugewinnen und voller Hoffnung in die Zukunft zu blicken. So wundert es nicht, dass zwischen Balladen auch immer wieder hymnische Indie-Pop-Sounds warten. Über allem steht dieses Gefühl von Nostalgie und Verbundenheit, durch das alles eigentlich gar nicht so schlimm wirkt. Auf die Lektion aus „I Will Kill Again“ übertragen bedeutet das, es stört gar nicht, wenn man wieder verletzt wird, schließlich trägt das zur Inspiration bei.

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Photo by Andy Catlin

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