Rezensionen

Menace Beach – Ratworld

Menace Beach - Ratworld

Spätestens seit Einführung des C64 gibt es jedes Jahr Unmengen von Spielen, die es nicht über ein paar Tausend verkaufte Exemplare schaffen und für die Ewigkeit in Vergessenheit geraten. Das NES Spiel „Menace Beach“, das 1990 erschien, dürfte in diese Riege gehören. Ein Jump’n’Run, das mittlerweile anscheinend derart selten ist, dass es bei Liebhabern bei eBay für um die 100 USD gehandelt wird. Die Musiker Ryan Needham und Liza Violet scheinen zu den Liebhabern dieses Spiels zu gehören und haben ihr musikalisches Projekt kurzerhand auch Menace Beach getauft.

Unterstützt wird das Duo aus Leeds unter anderem von Nestor Matthews von Sky Larkin an den Drums und Matthew „MJ“ Johnson von Hookworms, der neben seiner Tätigkeit als Gitarrist für die Band, auch noch als Produzent des Debüts aktiv war.

Auf „Ratworld“ zeigen Menace Beach dann auch, dass sie nicht nur ein Faible für Videospiele der 90er Jahre haben, sondern dass sie stark beeinflusst wurden von der Musik jenes Jahrzehnts.

So bieten Menace Beach auf „Ratworld“ kaleidoskopische Sounds mit gelungenen Anleihen bei Bands, wie Echo & The Bunnymen, The La’s, Sonic Youth und Pavement. Doch klingen sie alles andere, als nach einem Abklatsch ihrer Einflüsse. Die Band paart geschickt britische Einflüsse aus Shoegaze, Brit-Pop, Twee und Noise-Pop mit amerikanischem Collegerock, Grunge und Surf-Rock. Das ergibt meist sonnige Songs mit abwechslungsreichen Melodien. Der Opener „Come On Give Up“ klingt beispielsweise, wie die gelungene Verquickung eines The La’s Klassikers mit Noise-Elementen von Sonic Youth. Bei „Elastic“ klingen Menace Beach dann eine ganze Spur zackiger und verrauschter. Allerdings nicht, ohne eine positive Grundstimmung zu halten.

Es dürfte auch kaum eine Überraschung sein, dass die Band auf „Ratworld“ nur wenige Songs bietet, bei denen die 3 Minuten Marke geknackt wird. Menace Beach kommen schnell auf den Punkt und rocken fröhlich durch ihre stimmungsvollen Songs. Das bedeutet zwar auch, dass „Ratworld“ recht schnell vorbei ist, doch dafür gibt’s ja die „Repeat“-Taste. So kommt man dann auch recht schnell auf viele Durchläufe des Albums, die zumindest uns wünschen lassen, dass Menace Beach nicht so schnell in Vergessenheit geraten, wie das gleichnamige Videospiel von 1990.

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