Rezensionen

Megafaun – Gather, Form & Fly

„Home Is Where The Tapes Is“ heißt es auf der Label-Homepage von Megafaun. Das können wir natürlich so unterschreiben, denn dieses Flair von leicht nostalgischer Heimeligkeit erwärmt doch gleich das Herz und passt denn auch perfekt zum Sound von Megafaun. Schnell noch zu den Personalien, Megafaun setzen sich zusammen aus den Brüdern Brad und Phil Cook und ihrem Kumpel Joe Westerlund. In einer früheren Inkarnation bildeten sie zusammen mit einem gewissen Justin Vernon (Bon Iver) die Band DeYarmond Edison. Unter dem Namen Megafaun ist „Gather, Form & Fly“ aber auch bereits das zweite Album des Trios, allerdings das erste, das noch etwas mehr Aufmerksamkeit bekommt, wofür vielleicht auch der ehemalige Mitstreiter verantwortlich ist.

Dessen Musik sollte man aber nicht erwarten, wenn man sich mit dem neuen Album von Megafaun beschäftigt. Das Trio präsentiert nämlich staubtrockenen Folk mit sprödem Charme, der wenig von der flirrenden und beinahe geisterhafen Schönheit der Musik von Bon Iver besitzt. Das ist auch gut so, denn den gibt es ja auch schon. Wie sich das für aktuelle Folk-Truppen gehört singt das Trio über weite Strecken im Chor. In den besten Momenten noch mit weiblicher Begleitung. Ihre Songs betten sie in ein traditionelles Americana-Gewand mit sanft gezupften Gitarren, einer Geige und hauchzart geschlagenen Drums. So schleichen sich dann in der „Kaufman’s Ballad“ beinahe beschwörende Chöre durch karge Klanglandschaften. Das nächste Highlight folgt mit dem leichtfüßig tänzelnden „Impressions Of The Past“ auch recht schnell. Ein bunter Klangteppich mit hübschem Piano, Bläsern und anderen kleinen Spielereien. Häufig, besonders in der zweiten Album-Hälfte leben Megafaun dann auch ihren Hang zum Freak-Folk aus, dreckige Gitarren, hingerotzter Gesang und beinahe so etwas wie eine Abneigung gegen den Wohlklang machen diese Songs dann auch sehr schwerfällig und nicht unbedingt zu den Highlights auf „Gather, Form & Fly“. Das lebt dann vor allem auch durch die ruhigeren, getrageneren Stücke, ist aber in der Summe immer noch viel brauchbarer als das verschrobene Klangexperiment, das ihr ehemaliger Mitstreiter Justin Vernon zuletzt mit dem Volcano Choir veröffentlichte.

Rating: ★★★☆☆
Megafaun

Myspace // Homepage // Label

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