Rezensionen

Martin Tetzlaff – Von Der Bereitschaft Ein Wolkenschloss Zu Bauen

Mal ehrlich, die Neue Deutsche Welle war schon toll, es gab schöne Keyboard-Sounds, schmissige Gitarren und unverkennbare Gesangsmelodien. Da gab es etwa einen Joachim Witt, der von Goldenen Reitern erzählte und einen Peter Schilling, der (zwar nicht als erster, aber immerhin) von einem Major Tom erzählte. Das alles spielte in einer Zeit, als ein gewisser Martin Tetzlaff in Berlin aufwuchs und in seiner Kindheit ganz offensichtlich von diesen Klängen mitgeprägt wurde. Nun ist Martin 31 Jahre alt und scheint immer noch eine tiefe Liebe zur NDW zu empfinden. So hat es zumindest den Anschein auf seinem ersten Solo-Album „Von Der Bereitschaft Ein Wolkenschloss Zu Bauen“.

Ein Album-Titel, wie ein verträumter Revolutionsaufruf. Den nahm er auch prompt im Heimatland der Revolution, Frankreich, auf. Genau genommen in der Provence. Jenem beschaulichen Fleckchen Erde im Südosten Frankreichs, dass den Ausdruck provinziell ins Deutsche brachte. Mit viel Hingabe spielte Tetzlaff eine Hommage an die NDW, aber auch an den Singer-Songwriter Pop ein. Man hat den klaren Eindruck der goldene Reiter trabt aus Berlin geradewegs aus den Lautsprechern. Da gibt es wabernde Keyboard-Teppiche, treibende Gitarren und NDW-typisch jede Menge gute Laune. Dabei wird es trotz deutscher Sprache nie peinlich, aber gerade auch wegen der verdammt bekannten Sounds auch nie wirklich packend. Die Kompositionen sitzen gefällig und dudeln fröhlich vor sich hin, sind herrlich unaufdringlich und eignen sich wahrscheinlich perfekt für eine Zugfahrt in die Provence. Von der hat man dann aber auch nur die Landschaft im Gedächtnis, die Musik wird sich wohl nicht einprägen.

Homepage // Myspace // Label

Von der Bereitschaft ein Wolkenschloss zu bauen – bei Amazon.de kaufen

Discussion

Comments are closed.

Archive