Rezensionen

Martin and James – Martin and James (s/t)

2008 erhielt ich von einem Duo namens Martin and James einen wunderbaren Song namens „Maybe it’s time“ zugeschickt, der seitdem immer in meiner Playlist zu finden ist. Im Bus, im Zug, im Auto, beim Warten irgendwo in der Sonne, in der Kälte… er begleitete mich in die verschiedensten Länder und Kontinente auf meinem mp3-Player. Dann war es – zumindest für mich – ein wenig still geworden um die beiden Herren. Sie waren immer mal wieder in Deutschland zu Gast, häufig aber zu weit weg, um sie live zu sehen. Irgendwann sah ich dann noch ein Video zum Song „Wrong Directions“ und das war es erst ein Mal wieder. Umso mehr freute ich mich, als ich hörte, dass im März 2011 ihr Debütalbum erscheinen wird und sie mal wieder auf Tour nach Deutschland kommen. Unter Anderem nach Dortmund ins FZW.

Eigentlich klingt es so einfach… Kennengelernt haben sich die beiden durch ihre Schulbands, spielten anschließend gemeinsam in einer Rockband, beschlossen dann aber andere Wege zu beschreiten und machten fortan solo zusammen Musik. Sie lösten die ursprüngliche Rollenverteilung – James am Mikrofon und Martin an der Gitarre – auf, fanden zu den Akustikgitarren und entdeckten, dass man ja auch zweistimmig singen kann und damit Harmonien erschaffen kann, die ins Herz und ins Ohr gehen.

Eigentlich hat sich seit „Maybe it’s time“ am Stil von Martin Kelly und James O’Neill nichts Grundlegendes verändert und doch klingt ihr Debüt keinesfalls langweilig oder überholt. Auf dem selbstbetitelten Album finden sich 14 wunderbare Songs, die vor allem wegen der beiden so unterschiedlichen aber perfekt zueinander passenden Stimmen bestechen. Nicht ohne Grund hört man in Verbindung mit Martin and James häufiger den Namen Simon & Garfunkel fallen.

Besonders herausragend gestaltet sich mit „Tides“ bereits der Beginn des Debüts der beiden Schotten. Alte Bekannte lassen sich mit „Crashing into love“ und „Wrong Directions“ finden – zumindest für langjährige Fans der beiden. Die Single-Auskopplung „All over the news“ hat ebenfalls das gewisse Etwas und punktet mit dem Funken Pop. Allerdings gefallen mit persönlich eher die Singer-Songwriter-orientierten Songs wie zum Beispiel „I was blind“ oder „Bad Dream“.

Insgesamt ein sehr schönes Album, das mir persönlich leider ein klein wenig zu poppig ausgefallen ist. Etwas mehr Singer-Songwriter wäre toll gewesen, aber das werden die beiden live ja wieder zum Besten geben.

Rating: ★★★½☆
Martin and James

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