Rezensionen

Martha Wainwright – Sans Fusils, Ni Souliers, A Paris

Schon klar, eine Martha Wainwright ist eigentlich nicht zu beneiden, schließlich steht sie nicht nur im Schatten ihres Vaters, Loudon Wainwright III, der als Schauspieler und Songwriter weltweite Anerkennung genießt, sondern zusätzlich auch noch in dem ihres älteren Bruders Rufus Wainwright, der spätestens mit seinem „Want“ Doppelpack die gesamte Musikwelt in Verzückung geraten ließ. Kein Grund jedoch für Martha Wainwright, sich mit ihrer Rolle im Schatten zwei großer Namen abzufinden.

Viel lieber nahm sie sich nach zwei Solo-Alben mit Eigenkompositionen für ein drittes Album den Songs einer ganz anderen Größe an, gegen die selbst der Name Wainwright mehr als blass wirkt. Sie suchte sich nämlich niemand anders als Édith Piaf, den Spatzen von Paris aus und widmete ihr ein ganzes Album. Die verhert sie schon, seit sie 8 Jahre alt war und wählte 15 Songs, die allesamt mehr als doppelt so alt sind, wie sie selbst. Eingespielt hat sie die Chansons mit jeder Menge Hingabe, noch mehr Herzblut und merklicher Verehrung und Respekt vor ihrem Idol. Wainwright spielt mit ihrer leicht heiseren Stimme, zeigt Emotionen und zieht alle Gefühlsregister. So entsteht ein akustischer Spaziergang durch das Paris der ersten Hälfte des 20ten Jahrhunderts, der meist traurig und schwermütig ist, aber auch Wut, Pathos und gute Laune spielen hier mit. Eine tolle Hommage also an eine der ganz großen Chanseusen des 20ten Jahrhunderts, auch wenn die Fußstapfen, in die Wainwright hier zu treten wagt manchmal vielleicht doch etwas groß wirken.

Rating: ★★★★☆
Martha Wainwright

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