Rezensionen

Manchester Orchestra – Mean Everything To Nothing

Na klar, eine Band wie Manchester Orchestra kommt natürlich aus den USA, hört man ja schon am Namen. Da aber dann auch nicht aus einer Stadt, die Manchester heißt, sondern aus der Coca Cola Metropole Atlanta. Ihr Sound ist dann genau so britisch, wie ihre Herkunft und hat auch wenig von einem Orchester. Obwohl, von einem Rockorchester vielleicht, denn mit der donnernden Kraft eines Orchesters rocken sich die Amerikaner da durch ihre Songs, dass es eine wahre Freude ist. Rock ist da auch das richtige Stichwort, denn Manchester Orchestra repräsentieren im Moment eigentlich wie keine zweite Band, das was Rock sein kann. Nämlich krachig, überraschend und auf den Punkt gebrachte schnörkellose Melodie, die mit viel Leidenschaft gespielt werden.

Stimmlich erinnert Sänger Andy Hull dabei ein wenig an Tim Kasher, oder auch Conor Oberst, die beide in verschiedenen Bands auch bereits gezeigt haben, wie Rock geht. Tim Kasher macht das noch immer sehr beeindruckend mit Cursive, Andy Hull schickt sich da mit seinen 23 Jahren als so etwas wie ein potentieller Nachfolger an. Bereits der Opener „The Only One“ geht dabei mit ordentlich Biss nach vorn, Hull’s Stimme kommt schön kratzig und quäkig und die Band nimmt Tempo auf. Das ist dann Rock ohne breitbeinige Posen, sondern zum einfach beschwingt abtanzen. Ein sanfter Folkeinschlag sorgt dabei für die nötige Frische. In der Folge geht die Reise dann auch mal ein wenig in Richtung Weezer, oder auch mal zu den Foo Fighters („Shake It Out“), ohne aber je deren großspurigen Sound wirklich aufzunehmen. Man kann es eigentlich gar nicht anders sagen und es klingt vielleicht auch etwas platt, aber als grobe Formel lässt sich einfach sagen, mit „Mean Everything To Nothing“ ist Manchester Orchestra das wahrscheinlich frischeste und dichteste Rockalbum des Jahres gelungen. Also ganz einfach mal wieder Rock, der clever ist und richtig Spaß macht.

Rating: ★★★★★
Manchester Orchestra

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