Rezensionen

Mammút – Karkari

Warum sollte Island eigentlich immer für leicht verschrobene Musik mit einem extremen Hang zur Melancholie stehen? Vermutlich wohl, weil Björk und Sigur Rós dieses Bild von isländischer Musik extrem geprägt haben. Glücklicherweise gibt es aber natürlich auch von diesem europäischen Klischee isländischer Musik ein paar Abweichler. Zum Beispiel das Quintett Mammút, bestehend aus 3 Mädels und 5 Jungs, die sich lieber mit knackigen Gitarren und treibendem Bass Ausdruck verleihen. Alle sind knapp um die 20 Jahre alt und gehen deshalb auch erfrischend ungestüm an ihre Songs.

Was Mammút allerdings dann doch mit vielen isländischen Kollegen gemeinsam haben, ist der Ausdruck in Landessprache. Will heißen, europäische Ohren werden kaum ein Wort verstehen. Das störte aber bei Benni Hemm Hemm, Helgi Hrafn Jónsson und anderen ja auch nicht und so feierte der deutsche Rolling Stone das Quintett auch schon als neue Rockhoffnung aus dem Norden. „Karkari“ ist dann schon ihr mittlerweile zweites Album und dürfte nun dafür sorgen, dass Mammút auch hier mehr Beachtung erfahren. Sängerin Kata gibt dafür am Mikro auch alles. Stimmlich irgendwo zwischen Björk in rockig, Dolores O’Riordan und Love Is All Frontschreierin Josephine Olausson prischt sie tempo- und abwechslungsreich voran und lässt sich von zackigen Gitarrenriffs und stampfenden Drums unterstützen. Musikalisch erinnert das dann auch ein wenig an die schwedischen Kollegen von Love Is All, mit etwas weniger Pop-Appeal, dafür mit der typisch skandinavischen Prise Hard-Rock. Unter den Feen und Elfen von Island sind sie also so etwas wie Kobolde. Verdammt rockende Kobolde aber. So etwas wie der unkontrollierbare Vulkan in einer Landschaft aus klischeehaft vorhersehbaren Geysieren.

Rating: ★★★★☆
Mammút

Mammút – Svefnsykt

The Face of Melinda | MySpace Video

Myspace // Label

Discussion

Comments are closed.

Archive