Rezensionen

Male Bonding – Endless Now

Nur ein Jahr nach ihrer Gründung unterschrieben die drei Londoner John Arthur Webb, Kevin Hendrick und Robin Silas Christian mit ihrer gemeinsamen Band Male Bonding bereits einen Plattenvertrag beim amerikanischen Kultlabel Sub Pop. Es dauerte nur ein weiteres Jahr, bis sie mit „Nothing Hurts“ auch schon ihr Debüt vorlegten. Und wie könnte es auch anders sein, auch bis zu ihrem zweiten Album „Endless Now“ dauerte es nur knapp ein weiteres Jahr.

Ziemlich viel Material also einer Band, die gerade einmal drei Jahre existiert. Da kommt natürlich die berechtigte Frage auf, ob das Trio den Songs nicht noch ein wenig Zeit geben sollte, live und im Studio zu wachsen, bevor sie schon wieder auf einer EP oder einem Album rausgehauen werden. Vielleicht sollten Male Bonding das wirklich, aber das Garage-Rock Genre, in dem sie sich bewegen ist ja auch nicht gerade bekannt für Innovation, oder lange Songwriting Prozesse. Hier wird eher im Studio oder am Ort der Wahl gejammt, ein Song zusammengezimmert und wenn er einigermaßen funktioniert abgeschlossen und der nächste angegangen. Da bringt man es dann auch mal schnell auf fast vierzig veröffentlichte Songs in drei Jahren.

Die zwölf neuesten davon sind jetzt also auf „Endless Now“ gebündelt. Und allzuviel gibt es darüber jetzt eigentlich nicht zu sagen. Es handelt sich um 37 Minuten schrammeliger Rock-Musik aus Gitarre, Bass und Schlagzeug mit viel Hall auf der Stimme und einem sommerlichen Grundsound. Im Vergleich zu „Nothing Hurts“ hat das Trio das Tempo ein klein wenig zurückgenommen und lässt die Songs wie bei „Bones“ auch mal ein wenig durchatmen. Zwar beschränkt sich die Band bei den meisten Songs nach wie vor auf etwas mehr als zwei Minuten, belässt es aber nicht bei diesem Grundrezept und gibt den Stücken stellenweise auch etwas mehr Zeit zum wachsen. Das grenzt die Band ein wenig von der Masse an Garage-Rock Bands dieser Tage ab, verhilft ihnen zu einem eigenen Profil und macht „Endless Now“ zu einer unterhaltsamen Reise durch 37 Minuten Rock.

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