Rezensionen

Malajube – Labyrinthes

In der letzten Woche gab es mit The Dø, 1984, Toy Fight und Neïmo gleich vier Acts aus Frankreich, die Erwähnung bei uns fanden. Neben der Herkunft haben diese vier zudem auch noch gemein, dass keine dieser Bands auf Französisch singt, dafür müssen wir unseren Blick erst über den Atlantik richten, daher, genau genommen aus Kanada erreichte uns dieser Tage nämlich das neue Album von Malajube. Aus dem kreativen Zentrum Montreal kommend bewiesen sie bereits mit ihrem letzten Album „Trompe L’Oeil“ eine gelungene Interpretation kanadischen Indierocks mit französischen Texten und wurden dafür mit schätzungsweise 500 Preisen ausgezeichnet. Mit ihrem neuen Album „Labyrinthes“ hat sich das Quartett nun in beinahe epische Dimensionen gesteigert, diesen Eindruck erweckt zumindest der Opener „Ursuline“, ein beinahe 7-minütiges mit einer gehörigen Portion Bombast und einem dunklen Grundcharakter.

Eine Dunkelheit jedoch, die insbesondere durch den französischen Gesang nicht ganz so schwer wiegt, was vielleicht auch daran liegt, dass unsere Kenntnisse dieser Sprache ein „Oui“ und „C’est Bon“ nicht übersteigen, es mit dem Verständnis der Texte also auch nicht weit her ist. Im Sound des Albums gedeihen an jeder Ecke des mit Synthieteppichen ausgelegten Labyrinths andere Schattengewächse, die Malajube zu einem herrlichen Trank zusammenbrauen. Im überraschendsten Fall treffen dabei bombastrockige Gitarrensoli auf New-Wave Keyboards („Casablanca“), häufig mischen aber auch Kraut-Rock und viel Prog-Rock mit hinein. Zackige, druckvolle Stücke werden ruhigere, poppigere Stücke entgegengesetzt, damit der Hörer ein wenig durchatmen kann, bevor im nächsten Song die Drums wieder durch die engen Gänge und vertrackten Strukturen davon galoppieren. Wieder einmal liefern Malajube also die perfekte Kombination aus Pop, Indie-Rock und Folk, etwas wofür Kanada ja schon eine Weile bekannt ist, das wäre auch fast langweilig, wenn es nicht immer so verdammt unterhaltsam wäre.

Video zu „Porté Disparu“


MALAJUBE || PORTÉ DISPARU from Dare To Care Records on Vimeo.

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