Rezensionen

M O N E Y – The Shadow Of Heaven

M O N E Y - The Shadow Of Heaven

Es gibt die Art Bands, da lässt man sich gern mal vom Bandnamen ablenken und würdigt sie keines Blickes. Das Quartett von M o n e y aus Manchester ist ein gutes Beispiel dafür. Ein Name, der viel zu materialistisch klingt und nicht wirklich Hoffnungen weckt, etwas Neues oder Aufregendes zu entdecken. Mit „Bluebell Fields“ und „Hold Me Forever“ veröffentlichte die Band dann in den letzten Wochen zumindest ein paar Videos, die ein wenig aufhorchen ließen und dazu führten, dass wir uns den Namen M o n e y zumindest merkten. Gerade „Hold Me Forever“ entwickelte mit längerer Rotation schon eine gewisse Magie.

Dann vor knapp vier Wochen flatterte uns auch die Promo des Debüts „The Shadow Of Heaven“ ins Haus und seitdem ist es um uns geschehen. Ab der ersten Minute entwickelt das Album eine kaum greifbare, berührende Magie, die dazu führte, dass das Album zu einem ständigen Begleiter wurde.

Dazu könnte auch die Art beitragen, wie die Band an ihre Musik herangeht. Die Band schreibt keine Songs, sondern versucht etwas Größeres im Alltäglichen zu finden und das mit Melodien und Worten auszudrücken.

Bei Facebook brachten sie es sehr schön auf den Punkt: „as we put the songs side by side the album started to take on the form of a Hell-descent — one into the modern world — where man has been told that he is both God whilst at the same time being told that he is nothing. It is his challenge to find meaning in this void, to discover its beauty, to discern Heaven from Hell when they are found lying at every point simultaneously. To make meaning out of this impossibly loneliness and yet, still retain his capacity for human dreams.“

Schwere Worte, die von vielen vielleicht als prätentiös und aufgebauscht künstlerisch angesehen werden könnten, aber letztlich auch die beste Art, die Stimmungen und Themen auf „The Shadow Of Heaven“ einzufangen. Hinzu kommt, dass Sänger Jamie Lee eine Schwäche für Poesie und Lyrik hat. So war der erste Bandrelease ein Screenprint eines Gedichts mit dem Titel „Eulogy For The Death Of Everything“. Darin geht es ebenfalls um den Zwiespalt zwischen gut und böse und dem täglichen Kampf gegen die Vergänglichkeit. Musikalisch fangen die vier Musiker aus Manchester, die sich zuvor in Bands, wie We Are Gay Together versucht haben und sich teils aus der Schwulenszene Manchesters kennen, in ruhigen Popsounds, in denen chorale Töne mit hohen Gitarren und hohen Gesangsstimmen vereint werden. Ein wenig so, als würden Wild Beasts ein Kind mit Arcade Fire, The XX, und Grizzly Bear zeugen. Schon beim Opener „So Long“ zeigen M o n e y die volle Bandbreite dessen, was den Hörer in den kommenden 50 Minuten erwartet. Die Band baut das Stück langsam auf, lässt den mehrstimmigen Gesangslinien viel Raum und instrumentiert mit wenigen Mitteln eine orchestrale Hymne.

Und als wäre der Einstieg noch nicht spektakulär genug, schwingen sich M o n e y in der Folge in noch höhere Sphären. Dabei besitzen die Songs trotz luftigem Sound eine enorme Intensität, die „The Shadow Of Heaven“ zu einer berauschenden Reise machen. Dabei gibt das Quartett den Stücken immer viel Zeit zur Entfaltung. Bis auf den Titelsong ist kein Stück kürzer als 4 Minuten. Dabei ziehen M o n e y keinen Song künstlich in die Länge, sondern geben ihnen die Zeit, die angemessen ist. So etwa bei der wunderschön berührenden Pianoballade „Goodnight London“, bei der Jamie Lee mit teils brüchiger Stimme eine Geschichte über verflossene männliche und weibliche Geliebte singt. Traurige sieben Minuten, die durchweg fesseln und den starken Mittelteil des Albums mit „Letter To Yesterday“, „Hold Me Forever“ und dem unglaublich intensiven „Cold Water“ einleiten.

„The Shadow Of Heaven“ dürfte das Überraschungsalbum des Jahres sein. M o n e y traten unerwartet auf den Plan und brachten mit ihrem im Winter 2012 / 2013 aufgenommenem Debüt moderne Popsongs mit, die auf eigenartige Art und Weise den typischen Manchester Sound von The Smiths, Joy Division und New Order mit ihrer eigenen Magie verbanden und daraus den Soundtrack für dieses Jahr erschufen.

M o n e y auf Deutschland-Tour

04. September 2013, Berlin, Kantine am Berghain
05. September 2013, Hamburg, Uebel & Gefährlich (Turmzimmer)


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Discussion

  1. […] es ein Debüt-Album gab, dass es uns in diesem Jahr besonders angetan hat, dann war es wohl “The Shadow Of Heaven” von M O N E Y aus Manchester. Die Band schaffte es wie keine zweite zeitlose Sounds, berührenden […]

    Posted by How To Write A Good Song mit M O N E Y | WhiteTapes | Dezember 12, 2013, 2:41 pm
  2. […] M O N E Y – The Shadow Of Heaven […]

    Posted by WhiteTapes Record Of The Year 2013 – das Ergebnis | WhiteTapes | Januar 1, 2014, 2:10 pm
  3. […] wie im letzten Jahr M O N E Y, die ebenfalls aus Manchester stammen und uns mit ihrem Debüt “The Shadow Of Heaven” begeisterten, einem gesamtkünstlerischen Konzept verschrieben. So untermalen sie live ihren […]

    Posted by PATTERNS – Waking Lines | WhiteTapes | Januar 6, 2014, 12:34 pm

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