Rezensionen

M.I.A. – /\/\/\Y/\

Die Londonerin mit Sri Lankischer Abstammung möchte Krieg, Terror und Politik zur Popkultur machen – so sagte sie in einem Interview. Schon das Video zur Single „Born Free“, in dem ein Genozid an Rothaarigen verbildlicht wird, sorgte für Aufsehen. Die Synthese von Pop und Gewalt klingt nach einem gewagten Experiment, das die Tochter eines ehemaligen Rebellen anstrebt. Auf dem Album schlägt es sich in einem gegensätzlichen Eindruck nieder – Chaos wechselt sich mit poppigen Liebesbekenntnissen ab, Reizüberflutung trifft Minimalismus.

“Maya” ist zum einen Guerrilla für die Ohren: Es ereignet sich viel in Songs wie dem Opener „The Message“ und „Steppin Up“, die den Stresslevel steigen und das Herz schneller pochen lassen. Die Agressivität, die durch den Sprechgesang auch ästhetisch einen politischen Charakter gewinnt, weckt Erinnerungen an die Digital Hardcore – Legende Atari Teenage Riot. Obwohl diese Songs bezeichnend für das dritte Album von Maya Arulpragasam aka M.I.A. sind, bilden sie keine Regel. So gibt es mit “XXXO” und “It Takes A Muscle” auch Poppiges, wobei das Letztere mit seinen weichen Reggae-Einflüssen sehr kräftig auf den Liebesmuskel drückt. “Lovalot” dagegen besticht mit Minimalismus. Eine willkommene Abwechslung, wenn man bedenkt, dass der Kopf vorher zu explodieren drohte. Insgesamt kann man sagen, dass sich die Künstlerin stärker elektronischen Details verschrieben hat, die die konträren Songs wie ein Band zusammenhält.

Rating: ★★★½☆
M.I.A.

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