Rezensionen

Lykke Li – Youth Novels

Do you know the real answer?
I was born to be a dancer“

So haben die Kaiser Chiefs vor ein paar Jahren das auf den Punkt gebracht, was Lykke Li so ähnlich wohl Lykke Li selbst als ihren Berufswunsch beschrieben hätte. Als sie noch ein Kind war, war die heute 22-jährige Schwedin ganz Madonna und ihrem extravaganten Tanzstil verfallen. Schnell war für sie auch klar, dass sie einfach berühmt werden muss und hing daraufhin immer hinter ihren eigenen Erwartungen zurück, bis sie Björn (der von Peter, Bjorn and John) traf, der ihr Talent erkannte und sich trotz vollem Terminplan die Zeit nahm, Lykke (sprich „Lücke“) unter die Arme zu greifen.

Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit findet sich nun auf Lykke’s Debüt „Youth Novels“ wieder. Der Albumtitel ist auch gleich Zusammenfassung der Themen, es geht um alles, was Lykke in ihren 22 Jahren auf der Welt erlebt hat. Als „Nomadenkind“ (in den Sommern lebte sie mit ihren Eltern in Schweden, die Winter verbrachten sie in Portugal) ist sie viel herum gekommen und das verarbeitet sie neben anderen Themen natürlich auch. Der Traum vom Tanzen findet sich im Song „Dance, Dance, Dance“ wieder, ein monotoner Beat trifft hier auf eine Kuhglocke, eine leicht angeschlagene Snare-Drum und Trompeten, über allem schwebt Lykke’s zarte Stimme, die fast belanglos klingt, manchmal nur ein sanftes Hauchen ist und besonders durch ihren charmantem schwedischen Akzent unterhält. In „Let It Fall“ geht es um die befreiende Kraft der Tränen, da sie in bestimmten Phasen ihres Lebens immer wieder viel weinte. Auch bei diesem Song, fällt wie auf dem gesamten Album die karge, verschrobene Instrumentierung auf, bei der Lykke’s Stimme immer weit in den Vordergrund gerückt und nur durch vereinzelte Beats, Drums und kleine Spielereien unterstützt wird. So wird „Youth Novels“ zu so etwas wie einer Art schwedischer Experimental-Chanson. Schöne Idee, nur leider auf Albumlänge stellenweise etwas langatmig und bei aller Liebe zum Pop und zur Kunst, häufig einfach zu überambitioniert künstlerisch.

Video zu „I’m Good, I’m Gone“:

httpv://www.youtube.com/watch?v=ngd45o-M_M4

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