Rezensionen

Luke Sital-Singh – Nothing Stays The Same EP

Luke Sital-Singh - Nothing Stays The Same EP

Manchmal braucht man einen Moment, um mit Releaseplänen mancher Künstler klar zu kommen. Im letzten Jahr war das zum Beispiel bei Frightened Rabbit etwas komplizierter. So veröffentlichte die Band zum Beispiel zunächst im März die EP „Late March, Death March“ und im September die „The Woodpile“ EP. An sich kein Problem, doch erschien erstere EP ebenfalls im März in den USA, dort allerdings unter dem Titel „The Woodpile“, dem Lead-Song „The Woodpile“ und mit den B-Seiten der „Late March, Death March“ EP. Im Herbst dann das ganze Spiel genau anders herum. So etwas ähnliches gibt es jetzt auch beim jungen Londoner Luke Sital-Singh. Na gut, genau genommen ist es bei ihm echt weniger kompliziert. Im Herbst veröffentlichte er nämlich im UK die „Tornados EP“, die ihren Titel vom letzten Stück der EP hat, nämlich „Tornado Town“. Leadsong der EP war jedoch „Nothing Stays The Same“, das auch immenses Radioairplay in Deutschland bekam und mit einem Video bedacht wurde. So dachte sich dann das deutsche Label jetzt auch, man könne die EP doch auch in Deutschland veröffentlichen. Und da Hörer von Pop-Radiostationen in Deutschland sich noch weniger mit Titeln beschäftigen, als englische Hörer, hat man die EP hier nun eben kurzerhand „Nothing Stays The Same“ EP getauft.

Eine eigentlich nachvollziehbare Maßnahme, um einer EP in Deutschland auch eine entsprechende Zugwirkung zuzugestehen. Und die hat die Platte eigentlich, denn „Nothing Stays The Same“ ist ein temporeicher, mitreißender Popsong mit cleverem Spannungsbogen und der richtigen Dosis Pomp, die Luke Sital-Singh hierzulande zurecht einen kleinen Hype und Touren durch die Fernsehstudios des Landes bescherte. Das zweite Stück „Nearly Morning“ zeigt sich als reduziertes Akustik-Stück, das vor allem von Luke’s gefühlvollem, stimmlichem Vortrag lebt. „How To Lose Your Life“ ist eine schöne Mid-Tempo-Nummer, die sich gegen Ende schön aufbauscht und ähnlich wie der Opener zum Radiohit taugen könnte. Das ruhige „Tornado Town“ zeigt Luke Sital-Singh dann auf Akustik-Gitarre und sanften Gesang reduziert, wie schon die Songs seiner beiden ersten EP’s „Fail For You“ und „Old Flint“. So gibt es insgesamt keine Kritikpunkte an den Songs der „Nothing Stays The Same“ EP und man scheint hier einen Beleg dafür zu haben, warum Luke Sital-Singh für uns der aussichtsreichste Künstler der BBC Sounds of 2014 ist. Doch wird die EP hier keinen Erfolg haben und der Grund dafür ist ein ganz einfacher: Das Label torpediert sich hier selbst. Denn nur 14 Tage nach dem Release der EP am 4. April steht mit „Greatest Lovers“ diesen Freitag bereits die neue Single von Luke Sital-Singh in den Läden, die natürlich nicht auf der EP enthalten sein wird und übrigens Titeltrack des im September bei uns erscheinenden Debüt-Albums ist. Eine Tatsache, die beim geneigten Radiohörer zu ähnlicher Verwirrung führen könnte, wie die Frightened Rabbit EP’s und somit am Ende mitverantwortlich für ausbleibenden Erfolg von Luke Sital-Singh in Deutschland sein könnte. Eigentlich schade, denn der junge Londoner ist eigentlich ein sympathischer Zeitgenosse mit tollen Songs, die eine breite Aufmerksamkeit verdienen.

Luke Sital-Singh auf Deutschland-Tour

03. Juni 2014, Köln – Stadtgarten
04. Juni 2014, Berlin – Kantine Am Berghain
06. Juni 2014, Hamburg – Prinzenbar


Luke Sital-Singh – Greatest Lovers on MUZU.TV.

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