Rezensionen

Los Campesinos! – We Are Beautiful, We Are Doomed

Eines kann man über die Waliser von Los Campesinos! mit Sicherheit sagen, blöd sind die nicht, überschäumend kreativ schon. Beides keine schlechten Ausgangseigenschaften und so treten sie ein halbes Jahr nach Release ihres gefeierten Debütalbums aus einem Tonstudio in Seattle, in dem sie eine EP zusammen mit Produzent John Goodsmanson (Sleater Kinney, The Wedding Present, Blonde Redhead) aufnehmen wollten und verkünden, „we are very happy to announce the release of a new record!“. Clevererweise erklären sie kurz vor Release nun noch zusätzlich „October sees the release of what the majority of you have decided to call our ’second‘ ‚album‘. Not that we ever have mind you“, wohlwissend, dass  der Band mangelnde Weiterentwicklung vorgeworfen würde, wenn sie es als zweites Album im klassischen Sinne verkaufen wollte.

Das lässt der Band nämlich die Chance mit ihrem „richtigen“ 2ten Album diese Weiterentwicklung zu wagen und gibt den Fans nun die Möglichkeit von der enormen Kreativität der Band zu profitieren. Die 10 Songs auf „WAB, WAD“ zeigen das, was Los Campesinos! auch schon auf „Hold On Now, Youngster“ ausmachte, druckvoller „LoFi Folk-Indie-Pop“, Arcade Fire auf Indie, aber anders… Dabei mit Chor- und Harmoniegesang als Markenzeichen, zusätzlich scheppert und fiepst es an allen Ecken, begleitet von den bekannten Geigen, einem Glockenspiel und vermutlich jedem Spielzeuginstrument, das die Band noch zwischen die Finger geraten ist. Die Stücke entwickeln eine dem Vorgänger ebenbürtige treibende Intensität. Einfach gesagt, „WAB, WAD“ ist so etwas wie die Erweiterung, oder die nahtlose Fortsetzung von „Hold On Now, Youngster“, aber zeigt auch schon eine kleine Weiterentwicklung der Band. Der Produktion merkt man deutlich an, dass die Waliser nun wissen, wie so einiges im Studio funktioniert und schaffen es so ihren Sound noch pointierter zu verpacken und einige Schrauben des Klangkorsetts noch fester zu ziehen. „WAB, WAD“ zeigt die Band in einer extrem kreativen Schaffensphase und das Web 2.0, (oder die Krise der Plattenindustrie, oder vielleicht auch einfach nur der Hype um die Band,) macht es möglich, dass dieser Output auch seinen Release erfahren darf. Im Ergebnis lässt sich sagen, ob man das Werk nun also Album nennt, oder Songsammlung, oder Platte, es sind ganz einfach 10 druckvolle Indiekracher voll unbändiger Energie, keinesfalls zeitlos, aber dafür State of the Art.

Video zu „We Throw Parties, You Throw Knives“:

httpv://www.youtube.com/watch?v=fTbj0Wyx12Q

Myspace der Band
Bandinfos bei Cooperative Music

Iain WhiteTapes

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