Rezensionen

Los Campesinos! – Romance Is Boring

Im Tierreich muss man nicht lange nach einem Vergleich für die Waliser von den Los Campesinos! suchen, denn mit sieben Mitgliedern und ihrer Menge an Output erinnern sie recht deutlich an fleißige Bienchen. Passend dann auch noch, dass ihre Musik, wenn sie einen unvorbereitet trifft, schnell auch ein Summen in den Ohren hinterlässt. Und wer neben langen Tourneen auch noch drei Alben in knapp zwei Jahren veröffentlicht darf gut und gerne auch als fleißig bezeichnet werden. Nun noch eben ein Absatz für Klugscheißer, bevor wir uns dem neuen Album widmen, denn genau genommen gilt der Zweilting „We Are Beautiful! We Are Doomed!“ der Band zufolge nicht als Album, sondern als irgendwas zwischen EP und Album. Ein Dingsbums eben.

Ein verdammt starkes Dingsbums, das ich heute lieber höre, als noch das Debüt, da es mehr aus einem Guss ist und eine größere Dichte hatte. Durch diese Art des Umgangs mit „We Are Beautiful! We Are Doomed!“ ist die Band nun allerdings in der Situation, sich wirklich beweisen zu müssen, denn so richtig viel Weiterentwicklung gab es auf diesem Dingsbums nicht, eher einen Feinschliff der Stärken. Die Nachricht, dass für den ersten offiziellen Nachfolger zum Debüt wieder John Goodmanson (Sky Larkin, Fight Like Apes, Sleater Kinney) an den Reglern saß ließ dann erst einmal leise Zweifel aufkommen, ob die Rechnung bei Los Campesinos! wieder so einfach aufgeht. Zweifel, die sich durch den Vorab-Download „The Sea Is A Good Place To Think About The Future“ dann doch aber wieder schnell in Vorfreude verwandelten. Denn, das Stück zeigte die sieben Bienchen von einer düster nachdenklichen und ganz anderen Seite. Ähnlich beginnt dann auch das Album, der Opener „In Medias Res“ schaukelt sich nur langsam und zögerlich auf, bevor er gegen Ende mit Glockenspiel und Bläsern richtig Fahrt aufnimmt. Die erste Single „There Are Listed Buildings“ und auch die direkt darauf folgende zweite Single „Romance Is Boring“ sind dann wieder typische Los Campesinos! Noise-Pop Kracher mit ordentlichem Tempo und halsbrecherischen Gesangspassagen. Dann wird es mit abrupten Tempo-Wechseln und Brüchen sogar ein wenig experimenteller, bevor sich die Band in den folgenden Songs etwas in sicheres Mittelmaß flüchtet. Da gibt es dann so etwas wie Los Campesinos! Hausmannskost, die hat man so bereits über zwei Langspieler gehört und ist dadurch eben nicht mehr so spannend. Aber Los Campesinos! Mittelmaß ist dann immer noch eine Liga höher als so manch andere Noise-Pop Band und gegen Ende bekommt die Band dann auch noch einmal die Kurve und platziert mit „The Sea Is A Good Place To Think Of The Future“ auf der Zielgeraden.

Rating: ★★★½☆
Los Campesinos!
Los Campesinos! auf Tour:

10. März, München, Atomic Café (Support: Copy Haho)
13. März, Köln, Gebäude 9 (Support: Copy Haho)
17. März, Hamburg, Molotow (Support: Copy Haho)

Vorverkausstart ist übrigens am 13. Januar und Karten gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen ab voraussichtlich 12 EUR.

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