Rezensionen

Los Campesinos! – No Blues

Los Campesinos! - No Blues

Gerade einmal fünf Jahre ist es her, dass die Waliser Los Campesinos! ihr Debüt veröffentlichten. Seitdem zeigte sich die Band höchst produktiv und veröffentlichte im Jahrestakt neue Songs und verschliss in ähnlichem Tempo Bandmitglieder. Heute besteht die Band aus sechs Mitgliedern und veröffentlichte mit „No Blues“ nun bereits das fünfte Album. Das erste Album der Band ohne Gründungsmitglied und Bassistin Ellen Campesinos!, die sich Ende 2012 aus der Band zurück zog. So richtig viele neue Begleitumstände gibt’s dann aber nicht. So war wieder einmal John Goodmanson für die Produktion verantwortlich und die Aufnahmen fanden erneut in Seattle statt. Neu ist an dieser Stelle nur, dass Gitarrist Tom Campesinos! nun ebenfalls mit an den Reglern Platz nahm. Das klingt insgesamt ziemlich nach dem, was uns Los Campesinos! seit ihrem Debüt immer wieder bescheren, nämlich Fortschritt in winzig kleinen Schritten. Die Band paart wieder einmal eine gewisse Melancholie mit ihrem typisch nach vorn preschenden Indie-Rock, der häufig zuckersüß angereichert ist. Bereits ab dem Opener zieht das Sextett das Tempo richtig an und scheppert sich durch Songs, die in den seltensten Fällen die vier Minuten Marke sprengen.

„No Blues“ bietet Los Campesinos! Fans genau das, was sie an der Band lieben. Songs zum Tanzen und gerne auch zum mitgröhlen. Aber leider nie Songs, mit denen die Truppe die Magie und Energie der ersten beiden Alben wieder aufleben lassen könnte. Vielmehr wirken die Waliser mittlerweile wie eine Band in ihrer Mid-Life-Crisis, die sich mit aller Macht versucht, die Frische und Unbeschwertheit ihres ersten in Erscheinung Tretens erhalten wollen. Das geht aber nun einmal leider nicht über fünf Jahre. Und nein, eine Band muss sich nicht mit aller Macht neu erfinden, um auch nach fünf Alben noch zu begeistern, doch ein wenig Variation über fünf Alben und in sieben Jahren Bandgeschichte hätte der jungen Truppe vielleicht dennoch nicht geschadet. So bietet das Album etwa so viel Variation und Weiterentwicklung, die Mumford & Sons auf ihren ersten beiden Alben, nämlich überhaupt keine. Mit dem einzigen Unterschied, dass Los Campesinos! immerhin phasenweise noch ein wenig Spaß machen.

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