Rezensionen

Local Natives – Gorilla Manor

Neben vielen eher grenzwertigen Einschätzungen in der amüsanten Intro-Rubrik „Platten Vor Gericht“ trifft natürlich auch das ein oder andere Mal ein Jury-Mitglied den Nagel auf den Kopf. So in der diesmonatigen Ausgabe etwa Locas In Love. Da heißt es über das Local Natives Debüt: „Schräg und hittig, eine ähnliche Auslegung von Westcoast-Pop wie z. B. von Band Of Horses oder Midlake, ist eigen und bleibt dabei gefällig. Viele positive Adjektive passen. Man beachte: Fuzz-Bass.“ Fehlen noch ein paar Referenzen, wie Fleet Foxes, Grizzly Bear und Vampire Weekend und schon weiß man Bescheid, wo die Reise mit den Local Natives hingeht.

Wer den Trends der letzten Jahre nicht so zugeneigt war, wird bei dieser Referenzliste jetzt schnell abschalten – selbst schuld – oder noch genauer hinhören – gute Idee. Denn so Referenzen sind bei der groben Orientierung zwar immer sinnvoll, engen aber schnell auch ein. Das wirkt dann gerade bei Bands mit einem derart breit gefächtern Stil wie ein Widerspruch. Aber der passt auch zu ihnen, denn auf ihrem Debüt verbinden die Local Natives warmherzige Melodien mit kühlen Drumsounds, E-Gitarren mit Harmoniegesang und Popattitüde mit experimentellen Sounds. Hier immer den rechten Mittelweg zu finden ist ein schwieriges Unterfangen, gelingt aber mit dem Opener „Wide Eyes“ hervorragend, die Percussions tuckern voran und der Harmoniegesang wirkt beinahe hypnotisch. In „Airplanes“ überzeugt vor allem der halb geschrieene Refrain mit der Zeile „I Want You Back“. „Sun Hands“ trägt dann auch die Sonne im Herzen und überträgt das spielerich auch auf die Melodie. Ein Song der Laune macht und trotz deutlicher Refernzen an Yeasayer doch frisch wirkt und ein echter Hit werden könnte. In der Folge aber geht den Local Natives bei der Masse an Referenzen ein wenig die Eigenständigkeit flöten. Das liegt wohl nicht einmal an ihnen, denn die Local Natives werden sich nicht hingesetzt haben und sich aus den Referenzen ihren Stil zusammen geschraubt haben. Dennoch hat man vieles von dem, was auf „Gorilla Manor“ passiert schon bei den anderen erwähnten Bands gehört. Vielleicht ist das auch dem Umstand geschuldet, dass die Local Natives neben einigen Hits, wie erwähntem „Sun Hands“ und „Camera Talk“ zwar auch fast alles richtig machen, aber es ihnen nie gelingt Akzente zu setzen und es außer richtig, auch besser zu machen.  

Rating: ★★★½☆
Local Natives
Local Natives auf Tour:

27. Januar, KÖLN, Studio 672
28. Januar, HAMBURG, Molotow
02. Februar, BERLIN, Bang Bang Club
04. Februar, MÜNCHEN, Atomic Café
06. Februar, STUTTGART, Kellerclub

Gratis-Download: Daytrotter Session


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