Rezensionen

likeartoise – Love To Take The Wrong Turns

likeartoise haben sich nicht gerade einen leicht zu merkenden Bandnamen ausgesucht, seit einer Weile liegt nun schon das am Freitag erschienene Debüt-Album „Love To Take The Wrong Turns“ auf unserem Schreibtisch und bisher war ich fest davon überzeugt, die Band hieße Likeatortoise. Bei den Recherchen zur Albumbesprechung gab es leider keine Band mit diesem Namen, also die vergleichsweise späte Erkenntnis, die Berliner nennen sich nur likeartoise und nicht Likeatortoise. Aber Namen hin oder her, entscheidend ist letztlich, die Band veröffentlicht nun nach ihrer Gründung 2008 und einer kurz darauf folgenden EP ihr Debüt-Album und das kann sich dann auch durchaus sehen lassen.

Das Quartett verbindet in seinem Sound ihre Liebe zu Indie-Rock und Post-Rock zu einem dichten in 11 Songs gebanntes Gesatmkonstrukt. Bereits im Opener „The Tigers Are Quiet“ macht das Quartett klar, worum es geht, dichte, leicht wavige Gitarren, tiefer Gesang und ein dumpfer Bass türmen sich zu einem hübschem Stück Indie-Rock, bei dem man förmlich die Sonne über der Berliner Skyline untergehen sieht. Gerade stimmlich denkt man an einen Berliner Gegenentwurf zu den Londoner Editors. Ein Vergleich, der insbesondere auch wegen des doch recht deutschen Akzents und der dann im weiteren Verlauf auch anderen musikalischen Ausrichtung hinkt. Dennoch drängt er sich immer wieder auf, denn immer wieder wird man an die Stimme von Tom Smith erinnert. Melancholischer wird der Bandsound dann mit „In Bathrooms“, die Atmosphäre wird weiter verdichtet, der Rhythmus entschleunigt, der Post-Rock-Einfluss kommt noch stärker durch. In „Unnamed“ wird dieser Einschlag noch deutlicher, die Gitarren türmen sich nach ruhigem Beginn immer weiter auf und der Gesang setzt erst nach einem langen Intro ein. Der wird dann in fünf Minuten auch immer wieder eingebettet in Gitarrenschrammelwände. Gerade in diesen längeren Instrumentalphasen zeigt sich auch die große Stärke der Band, die sind nämlich mitreißend gestaltet, ob nun lauter, wie bei „Unnamed“, oder auch mal etwas zurückgelehnter, wie im beinahe sieben Minuten langen „First Draft“. „Love To Take The Wrong Turns“ ist ein atmosphärisches, leicht düsteres Stück Indie-Post-Wave-Rock, mit melancholischem Einschlag, das in Deutschland so wohl auch nur aus Berlin kommen kann.

Rating: ★★★½☆
Likeartoise
Gratis-Download: „The Things Are Quiet“ und „Fire Works“ bei Bandcamp

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