Rezensionen

Life in Film – Needles & Pins EP

Life In Film

Zugegeben, trotz unserem Faible für den urbritischen Klang der Londoner von Life In Film haben wir die junge Band nach ihrer Single „The Idiot“, die sie Mitte 2011 veröffentlichten etwas aus den Augen verloren. So haben wir leider auch die Debüt-EP der Jungs verpasst, die im August erschien. Das macht aber nichts, die Musik ist schließlich auch drei Monate nach dem Release noch super und so stellen wie euch „Needles & Pins“ eben jetzt vor. Als Produzenten für die erste EP konnte das Quartett niemand geringeren als Stephen Street gewinnen, der durch Arbeiten für Blur, Kaiser Chiefs, Morrissey, The Smiths und Suede ohne Zweifel als einer der prägenden Produzenten britischer Gitarrenmusik bezeichnet werden darf. Und auch aus Life In Film hat der Londoner einiges rausgeholt. Ein infektiöser, britisch angehauchter Gitarrensound wohnte der Band bekanntlich schon immer inne, also hatte Street wohl nicht allzuviel Arbeit, Life In Film einen Stempel aufzudrücken. Der Sound ist jedoch nun deutlich klarer, als noch bei den Eigenreleases der Band und die Stücke noch besser strukturiert.

Das merkt man schon beim Opener und Titeltrack. Sänger Samuel Fry trägt das Stück wie gewohnt mit breitem britischen Akzent vor und hat dabei eine gewisse Melancholie in der Stimme. Die Band begleitet ihn mit Klängen irgendwo zwischen The Maccabees, Blur und The Kinks. Das macht in der Summe infektiöse Melodien mit hohem Unterhaltungswert, die direkt ins Ohr gehen. Besonders das bereits bekannte „Suitcase“ offenbart sich dabei wieder als absoluter Hit. Ein MidTempo-Brit-Pop Song in bester 90ies Tradition britischer Musik. So zeitlos, wie die Hymnen von Oasis und genau so britisch. Hier liegt dann aber auch ein wenig das Problem von Life In Film, die Band klingt häufig so sehr nach dem Klischee englischer Musik, dass ihre eigene Identität in keinem Moment spürbar wird. Die Songs haben kaum Ecken und Kanten, sondern fließen gleichförmig durch die Boxen. Unterhaltsam sind die Songs auf „Needles & Pins“ allemal, ebenso in keinem Moment störend und Hits für die Indie-Disko sind auch dabei. Ob man sich deshalb an Life In Film erinnert ist allerdings mehr als fraglich.

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