Rezensionen

Le Loup – Family

Vor ein paar Jahren begann der amerikanische Songwriter Sam Simkoff unter dem Namen Le Loup. Nach ein paar Experimenten mit Banjo-Sounds und Computer-Loops, die er mit immer neuen Klängen untermalte, entschied er sich dazu, ein paar Songs mit Freunden zu spielen. Die wurden dann gleich fester Bestandteil von Le Loup, so dass die Band inzwischen zu einem Quintett angewachsen ist. Mit „Family“ legen sie nun auch ihr inzwischen zweites Album vor. Wie sich das derzeit für Folk-Musiker gehört suchten sie sich für die Aufnahmen eine abgeschieden Waldhütte und spielten im Einklang mit der Natur.

So wurden auch Synthesizer und andere elektronische Spielereien erst einmal ganz beiseite gelassen und die Instrumente erst beim Mischen noch mit ein paar Effekten versehen. Das Ergebnis klingt dann, als hätten sich Animal Collective, Vampire Weekend, die Fleet Foxes und Grizzly Bear zu einer Jamsession im Wald getroffen. Ein meditativer, choral hippiesker Grundsound durchzieht alle Songs von „Family“. Der Opener „Saddle Mountain“ gibt da schon einen guten Überblick auf das, was folgen soll, ein Banjo, ein paar Trommeln, und beinahe sakral angehauchter Gesang. Le Loup wirken fast eher, wie eine Hippie-Kommune, als wie eine Familie. Diesem recht spärlich instrumentierten Song folgt mit „Beach Town“ ein Stück, bei dem Le Loup in die Vollen hauen. Mehrere Gesangsschichten werden übereinader gestapelt, mit rhythmischem klappernden Drums angereichert und immer höher gesteigert. Irgendwann setzt eine elektrische Gitarre ein und variiert die Ausgangsmelodie etwas, um dem Song gegen Ende noch einmal eine interessante Wendung zu geben. „Grow“ ist dann wieder eine recht einfache Retro-Folknummer, wie sie so auch auf das letztjährige Fleet Foxes Debüt gepasst hätte. Durch geschickten Banjo-Einsatz und auch die Nutzung einiger Effekte und der elektrischen Gitarre schaffen es Le Loup allerdings sich geschickt von den Fleet Foxes abzuheben. Ein wichtiger Aspekt dabei ist auch die starke rhythmische Dichte der Songs, die das Quintett dann eher in die Nähe von Animal Collective rückt, ohne deren elektronischen Aspekt natürlich. Das macht „Family“ zu einer interessanten, wenn auch stellenweise etwas langatmigen, Entdeckung und einem Zweitling, der so ganz anders ist, als sein Synthielastiger Vorgänger.

Rating: ★★★★☆
le loup
Gratis-Downloads: 3 Songs auf der Label-Homepage

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