Rezensionen

Laurence and the Slab Boys – Lo-Fi Disgrace

Laurence and the Slab Boys - Lo-Fi Disgrace

Fast drei Jahre ist es schon her, dass die Schotten von The Cinematics rund um Songwriter Larry Reid und Sänger Scott Rinning ihr zweites Album „Love and Terror“ veröffentlichten. Kurz vor den Aufnahmen war die Band schon fast am Ende, da sie nach ihrem Debüt ihren Plattenvertrag verloren hatten und kurz davor waren, die Band komplett aufzulösen. „Love and Terror“ sollte ein Neuanfang sein und eigentlich sah alles gut aus. Die Kritiken waren positiv und besonders in Deutschland erspielte sich die Band eine große Gefolgschaft. Also tat die Band den nächsten Schritt und beschloss nach Berlin zu ziehen. Dort angekommen merkten sie allerdings schnell, dass die persönliche Ansichten, die Wünsche des Labels und die Vorstellungen der Bandmitglieder sich nicht vereinen ließen.

Als Larry Reid zwischen den Aufnahmen seinen Umzug nach Berlin zu Ende brachte sah er sich bei der Rückkehr damit konfrontiert, dass der Rest der Band bereits das Ende beschlossen hatte. Fast pleite und ohne Band musste sich der Songwriter und Multiinstrumentalist einen neuen Plan für die Zukunft machen. Das Ende von The Cinematics stellte damit die Geburtsstunde von Laurence and the Slab Boys dar.

Larry nutzte die neu gewonnene Zeit und schrieb das Album „Lo-Fi Disgrace“, das er dann auch schon vor mehr als einem Jahr fertigstellte. Es gab verschiedene Dinge, die ihn davon abhielten, das Album damals zu veröffentlichten, aber jetzt ist es endlich doch soweit und „Lo-Fi Disgrace“ ist erschienen. Und wie auch die Songs von The Cinematics zeichnen sich die Stücke von Laurence and the Slab Boys auch nicht gerade durch eine ausnehmend positive Stimmung aus. Düster instrumentiert eröffnet das Album mit dem Instrumental-Song „Introduction“. Es folgt das nicht viel positivere „Mushroom“ mit der prägnanten Textzeile „I fear we’re gonna die young“. Dazu der leicht nuschelige, etwas hintergründige Gesang untermalt von spärlicher Instrumentierung mit schrammeligen Gitarren und rauen Drums. Lakonischer 80ies Sound deutlich inspiriert von der Wave- und Punk-Szene mit Shoegaze-Einspielungen, luftigen Arrangements und klanglichen Referenzen an The Cure’s legendäres „Pornography“. Allerdings im Fall von Laurence and the Slab Boys eine ganze Spur apokalyptischer und melancholischer.

Mit den düsteren Bildern und der Endzeitstimmung schaffen es Laurence and the Slab Boys den Hörer in einen tiefen Sog zu ziehen. Man könnte fast sogar sagen, dass es Spaß macht, Reid und seinen Mannen zu lauschen, wenn der Vergleich ob der dunklen Themen vielleicht etwas hinkt. „Lo-Fi Disgrace“ ist ein fesselnder Blick in die Gefühlswelt von Larry Reid, fließt angenehm durch die Boxen und bietet bei jedem Durchgang wieder den gleichen, dichten Hörgenuss.


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Foto auf Startseite: Jodie Paris Simms

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