Rezensionen

Lanterns On The Lake – Gracious Tide, Take Me Home

Der Herbst ist da. Das Laub schmückt nun in bunten Farben die Wege und nicht mehr die Bäume und der morgendliche Weg zur Arbeit ist auf dem Land häufig neblig. Die ideale Jahreszeit für die Musik von Lanterns On The Lake. Die Band aus Newcastle, die sich 2008 gründete und seitdem zwei in Kennerkreisen sehr beachtete EPs veröffentlichte. Mit „Gracious Tide, Take Me Home“ präsentiert das Sextett von der britischen Ostküste nun sein Debüt.

Und darauf bietet die junge Band Herbstmusik wie sie wohl sein muss. Gemächlich wabern kühle Soundflächen durch die Boxen, über ihnen schweben wechselweise verhuschte Frauenstimmen und eine nachdenkliche Männerstimme. Im Opener „Lungs Quicken“ lässt die Band den Song dabei ganz langsam wachsen. Zunächst ist da nur ein entfernter Beat und ruhige Streicherarrangements. Sanft schwebt eine Stimme ein und führt durch fünfeinhalb Minuten eleganten Dream-Sound. „If I’ve Been Unkind“ steht mit deutlich mehr Sonne in der Komposition und sanfter Männerstimme fast schon im krassen Gegensatz zum Opener. Die Herbstsonne durchdringt den Nebel und lässt das Laub in schillernden, warmen Farben erstrahlen. In sich trägt der Song nach wie vor eine nachdenkliche Note und ist inspiriert von einem Buch mit Briefen, die Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg an ihre Liebsten geschickt haben. Gerade gegen Ende, als sich die Komposition mit Geigen und Gitarren so richtig aufschwingt ist ein wohliger Schauer auf dem Rücken vorprogrammiert. Der stetige Wechsel zwischen nachdenklichen, träumerischen und traurigen Tönen, den die Band in der Folge bietet offenbart eine große Anzahl an Nuancen im Bandsound und lässt uns für das Sextett wünschen, dass „Gracious Tide, Take Me Home“ mehr als nur ein Geheimtipp unter Kennern wird.

Lanterns On The Lake auf Tour:

09. November, Köln, Studio 672
10. November, Berlin, Privat Club

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