Rezensionen

Lalah – Ich Wär So Weit

lalahthumbNachdem wir das Debüt von Dörte Benzner, alias Lalah, nun schon eine Weile auf uns haben wirken lassen, sind wir dann nun endlich so weit, euch das Album „Ich Wär So Weit“ einmal vorzustellen. Dörte Benzner ist Komponistin, Illustratorin für Mangas, Schlagzeugerin und Poetin, oder einfach gesagt, Künstlerin durch und durch, also: Achtung hier kommt Musik mit Anspruch! Aber von diesem Gedanken will man sich dann ja nicht abschrecken, auch wenn Lalah eine eindeutige Kandidatin für des Feuilleton ist, mit deutschen Popsongs, die sich beim Chanson, beim Jazz, bei Electronica und Songwriter-Pop bedienen.

Das gestaltet sich dann anfangs eben so, wie der künstlerische Anspruch, der dem Album zu Grunde liegt, eckig und schwer zugänglich. Auch der Name klingt dann noch schwer dadaistisch angehaucht. Aber reingehört und ausprobiert, vielleicht verstecken sich zwischen Dadaismus und anstrengend künstlerischer Attitüde auch einige ganz passable Popsongs. Ganz passabel sind sie dann tatsächlich, aber führt man sich die Texte zu Gemüte stellt sich die Frage, wenn Dörte Benzner’s poetisches Werk sich ebenso gestaltet, darf sie sich dann überhaupt Poetin nennen? Texte zwischen Brigitte Young Miss und Esoterik, „heiß, kalt, gut, schlecht, geh weg, mach’s mir!“ singt sie etwa in „Süßes Salz“, so als würden die Zeilen frisch aus der Lyrik AG der Jahrgangsstufe 7 stammen. Trotz der Kritik ist „Ich Wär So Weit“ ist eine durchaus ernst zu nehmende und anspruchsvolle Alternative zu dem, was derzeit in der deutschen Popszene zwischen Rosenstolz und Zweiraumwohnung als En Vouge gilt. Vielleicht waren wir auch einfach noch nicht so weit.

Lalah – EPK – Album – Ich wär so weit

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