Rezensionen

Kyte – Love To Be Lost

Kyte - Love To Be Lost

Die Briten von Kyte machten es einem in den letzten Jahren nicht wirklich leicht, ihren Weg richtig mit zu verfolgen. Zumindest, wenn man nicht gerade in Asien lebt. Dort spielt das Trio mittlerweile in großen Hallen und darf sich über gute Albumverkäufe freuen. In Europa wurde es deshalb nach dem Release ihres Minialbums „Kyte“ 2008 etwas ruhiger. Sie wechselten von Erased Tapes Records zu einem Major und veröffentlichten 2009 und 2010 weitere Alben. Ihr zweites Album „Dead Waves“ wurde dann zwar auch hier veröffentlicht, aber eher weil es schon einmal da war, nicht, weil der EU-Markt für die Band irgendwie wichtig war.

Mit „Love To Be Lost“ machen es Kyte nun wieder ähnlich. Das Album erschien bereits vor einigen Monaten in Asien und jetzt kommen auch wir in Europa in den Genuss. Das pünktlich zum Release bei uns auch ein Termin in Hong Kong bekannt gegeben wurde, dürfte zwar zeigen, dass der Europa-Release wieder einmal eher Nebensache für die Band ist, aber darüber kann man ja hinweg sehen und sich lieber über neues Material der Band freuen.

Wobei das mit der Freude so eine Sache ist. Schillerten auf dem selbst betitelten Mini-Album anno 2008 noch introvertierte kleine Dreamgaze-Hymnen mit viel Luft und ausgewogenem Gesangseinsatz, schwollen die Soundwände auf „Dead Waves“ etwas klebrig mit Synthies an und Kyte schielten deutlich auf die Charts und entwickelten sich zu einer Art britischer Owl City. „Love To Be Lost“ pendelt sich glücklichweise zwischen beiden Alben ein. Der Opener „Breaking Bones“ wächst ganz langsam, hat viel Luft sich zu entfalten und bietet einen kräftigen Refrain. „Scratches“ ist ein etwas schnelleres Stück, das mit Synthies und scheppernden Drums etwas nach vorn prischt und in der Folge ein wenig zu kitschig gerät. Eine Note, die leider etwas häufiger durch kommt. Die ruhigeren, traumwandlerischen Stücke, wie der Opener, das zärtlich pirschende „Almost Life“, das traurige „September 5th“ und das dahingehauchte „Blood Anger“ werten das Album jedoch deutlich auf und sorgen für einen mehr als versöhnlichen Hörgenuss bei „Love To Be Lost“, nach dem man sich wünscht, dass Kyte dem europäischen Markt auch wieder etwas mehr Beachtung schenken würden und Deutschland mal wieder einen Besuch abstatten.

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