Rezensionen

Kyte – Kyte (s/t)

In England gibt es derzeit wohl kaum ein sympathischeres, junges Indie-Label als Erased Tapes. Das fängt natürlich schon beim Namen an, aber zeigt sich auch in den Signings, zu denen sich neben z.B. dem großartigen Ólafur Arnalds, der jüngst auf dem Haldern-Pop und im Vorprogramm von Sigur Ros von sich reden machte, nun auch die fünf blutjungen Briten von Kyte gesellen durften. Nachdem nun das ehrwürdige Gleis 22 Kyte als Freunde von iLiKETRAiNS angekündigt hatte und sogar Luke Leighfield diese Band empfohlen hat, erhärtet sich der Eindruck, dass in dieser Band einiges an Potential stecken muss.

Das verdeutlicht dann auch gleich „Boundaries“, der Opener des selbstbetitelten (Mini-)Debüt-Albums, dass mit 46 Minuten eine ähnliche Länge, wie das (Mini-)Debüt-Album der Jungs von iLiKETRAiNS, da hören die deutlichen Parallelen zwischen beiden Bands aber auch auf. Denn der Sound, der bei iLiKETRAiNS vorherrscht, ist ein schwermütig und düster voranpreschender Postrock-Klang voller Melancholie und Weltschmerz. Kyte haben sich, so scheint es, den Sound von iLiKETRAiNS vorgenommen zu haben und gekonnt den gesamten Weltschmerz durch Optimismus ersetzt, das merkt man auch den Arrangements an, die zu Beginn der Stücke fast nur von Glockenspiel und Schlagzeug getragen, zu atmosphärisch dichten, anspruchsvollen, verträumten und fast hymnischen Klanggebilden heranwachsen. Die Songs der Band schweben nahezu, über ihnen die Stimme von Sänger Nick Moon, die teilweise mehr wie ein weiteres Intsrument eingesetzt wird. So entstehen erhebende Stücke irgendwo zwischen Dream-Pop, Shoegaze und Postrock, von NME als Nu-Gaze bezeichnet, Dreamgaze trifft es vielleicht noch mehr. Wie man es auch nennt, wir hoffen, dass dieser Drachen noch viel höher fliegen möge.

Video zu „Boundaries“:

httpv://www.youtube.com/watch?v=WENbSzxijDw

Myspace der Band
Homepage von Erased Tapes Records

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