Rezensionen

Klubgrün – Neon Me

Klubgrün - Neon Me

Die Jungs von Klubgrün erwähnten wir hier ja bereits kurz nach Gründung, als sie damals noch im Münsteraner AMP die Indie-Rocker Dial M For Murder supporteten. Deshalb überlassen wir die Vorstellung der Band heute einmal Indiepedia: „Aus einem reinen Elektro-Projekt am Rechner wurde im Jahr 2010 aus Klubgrün eine ‚ordnungsgemäße‘ Band mit Gitarre, Bass und Schlagzeug. Wichtiges Element auf der Bühne und in der Produktion bleibt aber nach wie vor der Laptop: Elektro mit Indieflair.“ Recht treffend umrissen und mit dieser Mischung begeisterte uns die Band bereits mit ihrer Debüt-EP. Seitdem warteten wir auf das Debüt, dass jetzt knapp drei Monate nach dem Pre-Release-Konzert im Münsteraner Tryptichon zu haben ist.

„Neon Me“ tauften die Jungs ihr Baby. Ein Titel, der wie Faust auf’s Auge passt, zumindest in Anbetracht des Bandnamens, der ähnliche Assoziationen weckt, wie der Titel. Man denkt zwangsweise an Disco, pumpende Beats und bunt gekleidete Mädchen, die mit Hipster-Boys tanzen. Also so ziemlich alles, was wir zu meiden versuchen. Klubgrün zu meiden wäre jedoch ein großer Fehler.

Das zeigt schon der Opener „Crystal Palace“, der schon auf der Debüt-Ep zu begeistern wusste. Scheppernde Beats, eine zackige Indie-Gitarre und der leicht gehetzte Gesang von Frontmann Kai, kreieren einen veritablen Hit für die moderne Indie-Disco.Und so geht’s dann auch erst einmal weiter. „Cute Girl“ eröffnet mit Bloc Party Gitarren und macht in der Folge Bands wie Digitalism und Duné Konkurrenz. Jede Menge elektronischer Spielereien aus dem Laptop gepaart mit dem Sound im Studio eingespielter Instrumente verleihen dem Album einen organischen Sound und heben Klubgrün aus der Masse Elektro-Indiebands heraus, die nur darauf aus sind, den nächsten Disco-Hit zu präsentieren und eine möglichst große Gefolgschaft aus Hipstern mit Nerdbrillen und Nagellack für die Fanbase zu gewinnen.

Klubgrün hingegen merkt man die Liebe zum Detail an, mit der sie ausgeklügelte Songs mit beinahe hymnischen Refrains erschaffen, die sich aber auch einmal die Zeit zum durchatmen nehmen und mit Synthies und Gitarrenriffs Klangteppiche wie in „Colours Are Changing“ erzeugen, in die man sich sogar in den frühen Morgenstunden fallen lassen kann. Insgesamt ist „Neon Me“ ein erfrischend unaufdringliches Album mit mehr als einer Hand voll Hits und einer auffälligen Reife, bei der sich viele Hypebands aus Schweden und von der Insel noch einiges abgucken könnten.

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Foto: Neongold.org

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