Rezensionen

.klein – Outside In

Letztes Jahr veröffentlichten Why? mit „Alopecia“ ein Hip-Hop Album, mit dem sie sich über die Grenzen ihrer Heimat hinaus einen Namen, vor allem im Indie-Bereich machten. Auch in Hamburg hat man Why? natürlich mitbekommen und so schwärmte Thees Uhlmann nicht nur im Interview mit uns von der Band, sondern lud sie auch noch in diesem Jahr zu seinem Fest Van Cleef. Aber nicht nur Thees hat in „Alopecia“ eines seiner Alben des Jahres gefunden, auch Lutz Nikolaus Kratzer, der Kern von .klein und seine Mitmusiker Patrick Müller, Cordula Grolle und Meike Schrader, scheinen den Sound von Why? tief verinnerlicht zu haben. Diesen Eindruck erweckt zumindest der Opener „American Invasion“, in dem fröhlich drauflos gerappt wird, untermalt von dröhnenden Bässen, fiependen Elektrosounds und einer launigen Melodie. Man denkt beinahe, Yoni Wolf und seinen Mannen zu lauschen und würde wohl kaum vermuten, dass diese Band aus Hamburg kommt, sogar der Akzent ist perfekt amerikanisch.

„Rodeo Clowns“ erinnert dann beinahe an den Wu-Tang-Clan, gepaart mit Beck ca. „Odelay“, oder „Mutations“. Beck ist dann auch die nächste große Referenz, etwa für den sanften Sonnenschein-Song „Gambling Soul“, der locker voran tänzelt. Bei „A Manner Of Speaking“ spielt die Band dann ihre Elektro-Karte aus und lässt einen druckvolle Gitarrenmelodie von fiepsenden Elektrospielereien, im Zusammenspiel mit packender Gesangsmelodie. Wer denkt, dass die Band ab diesem Moment nach einer Reihe sehr unterschiedlicher Songs ihr Sound-Feld abgesteckt hat und es in der Folge nur noch beackert der irrt. Erst steht zwar noch ein wenig der Beck-Aspekt im Vordergrund, dann kommt wieder die Liebe zum Hip-Hop durch. Danach allerdings nehmen die Elektrospielereien überhand und markieren mit dem reinen Instrumental-Song „Siren“ den deutlichen Wendepunkt des Albums, ab dem die Band nur noch zu tüfteln scheint. In „Echo“ kommt dann noch ein Chor zum Einsatz, bevor sich die Band in atmosphärischen Spielereien verliert, die so gar nicht zur anfänglichen sommerlichen Leichtigkeit der ersten Albumhälfte passen mögen. Schade eigentlich, denn die verhieß mit ihrem cleveren Mix aus Hip-Hop, Elektro und LoFi-Pop sehr viel.

Rating: ★★★½☆
.klein
Video zu „American Invasion“

Myspace // Label

Discussion

Comments are closed.

Archive