Rezensionen

Kiasmos / Rival Consoles – 65 / Milo

Was macht Ólafur Arnalds eigentlich wenn er einmal Langeweile hat? Eine Frage, die wohl nie beantwortet werden kann. Der gute Junge scheint nämlich viel zu beschäftigt für so etwas banales, wie Langeweile. So überrascht es auch nicht, dass er nach knapp einem Jahr auf Tour 2008, seine Pause nutzte, um sich mit Janus Rasmussen von Bloodgroup zusammen zu tun und das Projekt Kiasmos zu gründen. Wer nun allerdings eine wilde Mischung aus Klassik und Elektro-Musik erwartet, der ist auf dem Holzweg, vielmehr entdeckten die beiden Musiker bei einer früheren Zusammenarbeit an einem Bloodgroup-Release ihre gemeinsame Leidenschaft für minimalistische und entspannte Elektro-Musik.

Dieser geben sie dann auch viel Raum zur Entfaltung in den beiden Songs des Duos auf der Split-EP, die sie zusammen mit ihrem Label-Kollegen Ryan Lee West (Rival Consoles) veröffentlichen. Da ist kein Dröhnen und kein Bumpern zu viel, hier werden Soundspielereien atmosphärisch aufeinandergeschichtet, Wendungen geschickt eingeleitet, bis sich die Songs beinahe ins hypnotische steigern. Ryan Lee West lässt seine drei Stücke dagegen beinahe hektisch loslegen und legt in „Milo“ einen beinahe stakkatohaften Rhythmus zu Grunde, den er mit allerlei Videospielgeklimper und anderen witzigen Sounds anreichert. Herausragendstes Merkmal aber die fließenden Übergänge zwischen den Songs und der ebenfalls dicht gewobene Klangteppich. Insgesamt also eine tolle EP, die einmal mehr den Ruf von Erased Tapes als cinematisches Label untermauert.

Rating: ★★★★½
Kiasmos

Die sieben „Found Songs“ von Ólafur Arnalds gibt es übrigens noch immer hier zum Download

Kiasmos Myspace // Rival Consoles Myspac // Label

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