Rezensionen

Keith – Vice and Virtue

3 Jahre sind bereits vergangen, seit Keith aus Manchester mit „Red Thread“ ihr Debüt-Album veröffentlichten. Das Label Lucky Number bewarb sie schon 2006 gern als „Manchester’s Best Kept Secret“. Mit dem Hüten des Geheimnisses soll nun aber Schluss sein und so verfolgt die Band nun mit Dan Carey an den Reglern einen Kurs, der sie nur in eine Richtung führen soll und der ist weg vom Geheimtipp. Ob die Wahl von Dan Carey da die richtige ist – er zeigte sich unter anderem als Produzent von „Tonight:Franz Ferdinand“ verantwortlich – sei einmal dahin gestellt, das Quartett will mit „Vice and Virtue“ nach oben. Dafür haben sie Dan Carey gebeten den Brit-Pop Sound des Vorgängers mit allerlei Mitteln düsterer und mehr aus einem Guss klingen zu lassen.

Das ist dann auch in der Tat gelungen, alle Tracks sind von der Dramatik gut aufeinander abgestimmt und führen dazu, dass das Album einwandfrei am Stück genossen werden kann. Die Kompositionen leben vom Gesang Oli Bayston’s, der in einigen Stücken verdammt cool rockt und in anderen gefühlvoll jammert. So auch die Stimmung des Albums, gegensätzlich wie der Titel bewegt es sich von ausgelassen rockend zu ruhig balladesk, wieder zu rockig am Schluss. Ausreißer nach unten gibt es dabei auch nicht wirklich, aber auch keine deutlichen Hits, die das Album aus dem besseren Mittelfeld herausreißen würden. So ertappt man sich auch schon einmal dabei, dass man „Vice and Virtue“ nebenher laufen lässt und unbemerkt drei Tracks gehört hat, ohne dass auch nur etwas hängen bleibt. Das ändert sich auch nach mehrfachem Hören nicht, „Vice and Virtue“ bietet gewollt radiotaugliche Gitarrenmusik, die keinem wehtut, die Band aber vielleicht dennoch vom Geheimtipp zu einem neuen Mainstream-Hype aus England werden lassen könnte.


Keith – Lullaby from Lucky Number Music on Vimeo.

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