Rezensionen

Kasabian – The West Ryder Pauper Lunatic Asylum

10 Jahre tummeln sich Kasabian nun schon in der britischen Musiklandschaft, mit dem Debüt-Album 2003 überschlug sich dann auch europaweit der Blätterwald mit Huldigungen. Kontrovers diskutiert wurde vor allem der Bandname, dass die Band nebenher mit „Club Foot“, „L.S.F.“ und „Reason Is Treason“ auch noch drei großartige Hit-Songs auf ihrem Album versammelte ging etwas unter. Vielleicht auch, weil der Rest des Albums sich im Vergleich zu den erwähnten Songs eher durch Mittelmäßigkeit auszeichnete. Eine Tendenz, die mit dem weitestgehend an Highlights armen zweiten Album „Empire“ fortsetzte. 895.000 verkaufte Einheiten weltweit versuchen zwar diese unsere These zu untergraben, das ändert an unserer Einschätzung allerdings wenig. Album Nummer 3 bedeutet nun also für Kasabian, an den Erfolg der Vorgänger anzuschließen und die Richtung der Band weiter auszuloten.

Das ist ihnen mit „The West Ryder Pauper Lunatic Asylum“ scheinbar auch gelungen. Die Band bewegt sich im auf den Vorgängeralben abgesteckten Sound-Rahmen und verfeinert diesen an der ein oder anderen Stelle noch etwas. Zum üblichen Band-Rahmen gehört natürlich auch die geschickte Lizensierung ihrer Songs und so ist der Album-Opener „Underdog“ seit neuestem in der Sony Bravia Werbung zu hören. Mit krachigem Beat, dumpfem Bass und hingerotztem Gesang ist „Underdog“ einer dieser typischen Kasabian Tanzflächenkracher. Krach ist da auch ein gutes Wort, denn ihre Leidenschaft für diesen leben Kasabian auf dem gesamten Album aus. „Underdog“ ist da nur eine dieser Industrial-Rock-Hymnen. „Fast Fuse“ ist noch so eine, mit abgehetzter Gitarre und sich überschlagendem Gesang. Auch „Fire“ gibt sich als beinahe Disco-inspirierter Electro-Rocker mit viel Hit-Potential. Dazwischen tobt die Band sich jedoch wieder sehr experimentell aus. Mit Spaghetti-Western- und Bollywood-Klängen decken Kasabian dabei eine große Bandbreite ab, steigern sich aber teilweise so in ihre Experimentier-Wut, dass der eigentliche Song auf der Strecke bleibt. Die Stücke, in denen Kasabian dann die Experimente zurückschrauben, aber gleichzeitig auch den Krach auf ein kleines Maß reduzieren plätschern dann allerdings, wie das Gospelinspirierte „Happiness“ vor sich hin. Das bedeutet, Kasabian haben ihre Gewohnheit fortgesetzt einige potentielle Hits in ein Album voller dahinplätschernder Halbideen / -songs zu verpacken.

Rating: ★★★☆☆
Kasabian
Video zu „Fire“

Das Album bei 3voor12 im Stream

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