Rezensionen

Jupiter Jones – Holiday In Catatonia

Ladies und Gentleman, heute auf Ihrem Lieblingsindiezine eine kleine Perle der deutschen Musikkultur. Wir stellen vor: Jupiter Jones. Keine Neuentdeckung, dafür sind sie zu alte Hasen im Geschäft, aber irgendwo immer noch der kleine Geheimtipp. „Holiday in Catatonia“ ist Studioalbum Nummer Drei. Tiefgründig, so kann man wohlwollend die Texte dieses Albums bezeichnen. Facettenreich ist ein passenderes Wort. Die Melodien wirken immer harmonisch, haben was poppiges und gehen dadurch ganz leicht ins Ohr. Dies sind schon einmal gute Voraussetzungen für ein Album. 11 Lieder lang ist das neue Album, die hören auf Titel wie „Nordpol/Südpol“ oder „Da Leiden hier leiden.“ Begrüsst wird man mit dem Song „Das zu wissen“, der der eigenen Angst gewidmet ist, die in jedem steckt, von der man aber so wenig weiß. „Hallo Angst, du Arschloch“ brüllt Sänger Nicholas Müller voller Inbrunst ins Mikro.

Vorab-Single „Das Jahr in dem ich schlief“ darf mit Fug und Recht behaupten einer des besten Jupiter Jones Songs zu sein. Wie kein anderer verkörpert er das Album am Besten. Auch sonst haben sich Jupiter Jones aber mächtig ins Zeug gelegt. „Eine Landjugend“ bietet einen Blick auf die (vermutlich) triste Vergangenheit der einzelnen Mitglieder auf dem Dorf / in der Kleinstadt, gekreuzt mit den schönen Erinnerungen. Dies dürfte so manch einem sehr bekannt vorkommen, ebenso die Veränderung, die jedem im Laufe der Zeit ereilt („Er lässt doch immer alles fallen“). Jupiter Jones spricht aus der Seele. Und Jupiter Jones lässt andere sprechen, so finden neben Donot Frontkopf Ingo Donot („Du und Jörg Haider“) auch Jana Pallaske („Nordpol/Südpol“) den Weg auf das Album. Beigelegt ist auch eine kleine Bonus DVD, die neben dem Videoclip zu „Das Jahr in dem Schlief“ auch Aufnahmen zu dem neuen Album zeigt. Ob diese Beilage wirklich nötig ist, die kleinen heimisch produzierten Videoclips zu einem Film zu verbinden sei mal dahin gestellt. Aber der Mensch hat ja immer was zu meckern, wir wollen es hier nicht tun, sondern sehen als nettes, zusätzliches Gimmick. Thematisch reiten weiter auf Themen wie dem Abschied („Wer winkt hier eigentlich wem?“) oder dem Gefühl alt zu werden („Heute ist der erste Tag an dem ich mich offiziell Alt fühle“). Die ruhige Akkustiknummer „Und dann warten“ beendet die 11 Songs dieses Albums. Mit Studioalbum Nummer Drei zeigen Jupiter Jones wieder einmal eine der besten deutschsprachigen Bands zu sein und den richtigen Weg zu gehen. Ein schönes Stück Musik, was dem Hörer geboten wird. Auch wenn man nicht wirklich weiß, wo Catatonia liegt.

Rating: ★★★★☆
Jupiter Jones
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