Rezensionen

Juniper Leaf – Broom, Briars, Torches from the Fire

Knapp drei Jahre sind nun schon seit dem Release des letzten Chikinki Albums „Brace Brace“ vergangen. Ein paar Touren folgte eine Pause der Band. Die verbringen die Bandmitglieder allerdings nicht untätig, sondern arbeiten fleißig an Solomaterial. Boris Exton veröffentlichte unter dem Namen Boris Ming bereits ein Album als The Precious Mings und nun zieht sein Frontmann Rupert Browne mit seinem Projekt Juniper Leaf nach. Statt modernem Indie-Rock gibt es nun altmodischen Folk.

Ist ja derzeit auch ziemlich angesagt, warum nicht also auch mal in diesem Genre austoben und vielleicht ein wenig Aufmerksamkeit haschen. Unterstellen wir hier aber einmal kein pures Gewinndenken, sondern Liebe zum Folk. Die kann man „Broom, Briars, Torches From The Fire“ jedenfalls anhören. Da tobt sich Rupert mit seinen Mitstreitern in vielen Facetten des Genres aus und erzählt mit viel Hingabe und noch mehr Ruhe kleine, gern auch etwas absurdere Geschichten. Und da wir hier von Chikinki reden gerät das Soundgewand nie zu clean, sondern hat mit Psychedelia-Ausschmückungen auch immer eine kurzweilig, schräge Note. Manchmal zwar etwas sehr gewöhnungsbedürftig, aber meistens doch in guten Maßen eingesetzt. Ein Problem gibt es dann da aber doch, ein wenig mehr Schmiss hätte „Broom, Briars, Torches From The Fire“ nämlich vielleicht noch besser getan. Mit wenigen Ausnahmen bewegen sich Juniper Leaf nämlich in der ersten Album-Hälfte im Schnecken-, bis Igel-Tempo und nehmen erst spät Fahrt auf. Wer bis dahin dran bleibt, bekommt dann aber mit „Who Knows Where“ eine Up-Tempo Nummer, auf die sogar die Super Furry Animals stolz wären. Danach wird das Tempo aber wieder stark abgebremst und hinterlässt am Ende den Eindruck eines zwar durchwachsenen, aber über die weitesten Strecken guten Folk-Debüts von Rupert Browne.

Rating: ★★★½☆
Juniper Leaf

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