Rezensionen

JUNIP – Fields

Der Regen prasselt draußen gegen die Fensterscheibe und auch der Himmel über Münsters Hafenviertel hat mal wieder seine typische graue Farbe angenommen. Ein perfekter Tag also, um es sich in seinem Zimmer gemütlich zu machen – begleitet von einer Tasse Kaffee und den Herren González, Winterkorn und Araya. Diese haben es nämlich geschafft, ihre erste offizielle Platte unter dem Namen Junip herauszubringen. Nachdem die drei Freunde schon ziemlich lange zusammen musizierten und als Folge dieser Jam-Sessions vor fünf Jahren auch eine EP herausbrachten, haben sie sich nun dazu entschlossen, die Welt an einem ganzen Album teilhaben zu lassen. Fields heißt das Werk und überzeugt auf der ganzen Linie.

Nachdem Jose González solo mit seinen Singer/Songwriter-Qualitäten wahrscheinlich jedem noch so gefühlskalten Wesen Empfindlichkeiten entlocken kann, entpuppt sich seine Band Junip als weitaus facettenreicher. Viele elektronische Einflüsse, teilweise sehr experimentell und sehr viel mehr als bloßer Akustik-Pop.

Von der Komposition her erinnern sie sogar schon an Whitest Boy Alive, wie z.B. beim großartigen „Sweet & Bitter“, was auch das Motto des gesamten Albums sein könnten. Sanfte, aber nie zu kitschige Songwriterstücke, wie „To the Grain“ oder „It’s alright“ bis hin zu klassischen Folknummern wie „Howl“ spiegeln die Bandbreite des musikalischen Gemischtwarenladens namens Junip wider. Das so zusammengesetzte Gemisch schmeckt jedoch immer noch hervorragend.

Die Herren schaffen es mit ihrer Musik den Hörer zumindest vorübergehend mit auf eine entspannte Reise zu nehmen. Ganz gleich ob man sich in einer verregneten grauen Stadt in Westfalen oder am Strand in Portugal befindet. Merke: González funktioniert auch zu dritt.

Rating: ★★★★½
JUNIP

Youtube direkt

Myspace // Homepage // Label

Discussion

Comments are closed.

Archive